Mühlhausen

Waldbesitzer Feuer und Flamme für Holz

- Twistetal-Mühlhausen (-es-). Der Preisverfall nach „Kyrill“ war nicht so schlimm wie befürchtet. Die Nachfrage nach Rundhölzern zieht wieder an und sogar beim Export haben die Waldbauern Grund zur Freude. Als neues Standbein entwickelt sich der Sektor Energieholz.

Bei der Versammlung des Waldeck-Frankenberger Waldbesitzerverbands am Freitagvormittag im Landgasthof Kiepe gab es deutlich mehr Licht als Schatten. Der Inlandsmarkt erholt sich, der Export nach Asien zieht an, hieß es. Dennoch gibt es Entwicklungen, die den Waldbesitzern gar nicht gefallen: Zum hat das Bundesverfassungsgericht das Gesetz über den Holzabsatzfonds wegen der darin geregelten Zwangsbeiträge aller Waldbesitzer gekippt. Dadurch fehlt der Holzbranche ein funktionierendes Instrument der Absatzförderung. „Die Beton- und Metallindustrie profitiert davon“, schimpfte Waldbesitzer-Präsident Michael Freiherr von der Tann. Doch er zeigte sich zuversichtlich, dass demnächst eine Nachfolgeorganisation mit freiwilligen Beiträgen in Gang komme: „Das ist nötig, wenn wir nicht anderen das Feld überlassen wollen.“ Kritisch verfolgen die hessischen Waldbesitzer zudem Bestrebungen der hessischen Landesregierung, den gesamten Staatsforst nach den Regeln der internationalen Zertifizierungsorganisiation FSC (Forest Stewardship Council) zu zertifizieren. Und das, obwohl längst fast alle hessischen Kommunal- und Privatwälder nach PEFC zertifiziert wurden. Eine Vermarktung von nicht zertifiziertem Holz ist in großem Stil nicht mehr möglich, weil vor allem die Papierindustrie darauf achtet, ihren wichtigsten Rohstoff nur aus zertifizierten Wäldern zu beziehen. Die privaten Waldbesitzer haben vor allem deshalb etwas gegen die FSC-Zertifizierung, weil die FSC-Regeln den Anbau von Douglasien in Hessen unmöglich machen würde, obwohl diese aufgrund veränderter klimatischer Verhältnisse künftig immer wichtiger werden dürfte. Außerdem lässt FSC keine Gruppenzertifizierungen zu, so dass sich jeder einzelne kleine Waldbauer für viel Geld zertifizieren lassen müsse. Die ganze FSC-Problematik sei von Ministerpräsident Roland Koch während der Interimszeit zwischen den beiden Landtagswahlen angestoßen worden, berichtete von der Tann. Seitdem habe der Waldbesitzerverband einige heftige Diskussionen mit Koch und seiner zuständigen Ministerin Lautenschläger geführt.Inzwischen sei man so weit, die Diskussion „ohne Ideologie“ fortzuführen. Eine Lösung sei aus Sicht der Landesregierung, FSC als Pilotprojekt in einem einzigen Forstamt einzuführen.

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