Mitreißendes Chorkonzert beim Jugendmusikfestival in Bad Arolsen

Walzertanz und wackelnde Podeste in der Kirche

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Mitreißender Auftrit des großen Workshopchores mit allen Sängerinnen und Sängern beim Jugendmusikfestival in der Stadtkirche Bad Arolsen.

Walzertanz auf dem Kirchplatz, wackelnde Podeste und trommelnder Applaus sind nur einige der Eindrücke des Chorkonzerts in der Bad Arolser Stadtkirche.

Nach dem fulminanten Auftaktkonzert zum 8. Internationalen Musikfestival ließ die Chormusik unter dem Motto „Cantamus“ eigentlich leisere Töne erwarten. Dem kam jedoch das Temperament der jungen Ensembles in die Quere.

Ganz zur Begeisterung des reichlich erschienenen Publikums, das die Kirche bis in die letzte Bank ausfüllte. Den Anfang machte der Kammerchor der Christian-Rauch-Schule, dessen Dirigent Steffen Hause auch die Begrüßung übernahm, nachdem die Arolser Gymnasiasten singend in die Kirche eingezogen waren.

Dass bei allem professionellem Anspruch jeder Chor sein eigenes Profil hat, wurde beim Auftritt des Tütarlastekoor aus dem estnischen Orissaare deutlich. Unter ihrer Dirigentin Anne Kann setzten die Mädchen mit volksliedhaftem Gesang, Nationalinstrumenten wie der estnischen Zither und dem Zusammenspiel mit dem Brassensemble „Kuldsed Lehtrid“ besondere Akzente.

Ebenso wie der Frater Choir aus dem ungarischen Miskolc, dessen Sänger unter Chorleiter Regös Zsolt vor allem eine unbändige Energie transportierten. In den bunten Reigen fügte sich der Auftritt zweier Gastchöre nahtlos ein.

„Hand in Hand“ hieß das Lied, das der Leiter des Mittel- und Oberstufenchors der Edertalschule Frankenberg, Matthias Müller, den Flüchtlingen gewidmet hatte. Mit Chicagos „You´re the inspiration“ legte auch der Chor der Jakob-Grimm-Schule Kassel mit seinen Leitern Bernd Trusheim und Florian Brauer einen besonderen Auftritt hin.

Richtig spannend wurde es nach der „Pausen-Party“ mit Polonaise über den Kirchplatz. Dann nämlich stellten die jungen Sänger vor, was sie im zweitägigen Workshop mit dem renommierten Jugendchorleiter Dr. Markus Detterbeck erarbeitet hatten. Das war optisch und akustisch beeindruckend, als der Riesenchor vier Songs nicht nur mehrstimmig einwandfrei vortrug, sondern auch noch mit harmonischer Choreografie herüberbrachte.

Musikalische Unterstützung lieferten dabei das Rhythmusduo des Frater Choir und die CRS-Big-Band, so dass „Long Train runnin´“ das Publikum auch als Zugabe nochmals von den Sitzen riss. Das Ziel des Jugendmusikfestivals, einen gemeinsamen Austausch zu haben und zusammenzuwachsen, habe man erreicht, merkte der Chorleiter dazu verschmitzt an.

Davon können sich interessierte Zuhörer auch bei zwei weiteren Konzerten überzeugen, die am heutigen Freitag und morgigen Samstag jeweils um 19.30 Uhr in der Fürstlichen Reitbahn anstehen.(sim)

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