Wandel vom Suchdienst zum historischen Dokumentationszentrum vollzogen

Neue Ära beginnt im ITS

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Der Internationale Suchdienst hat zum 1. Januar eine neue Direktorin bekommen. Floriane Hohenberg (r). löst Professor Rebecca Boehling (l.) ab.  

Bad Arolsen. Sie hat alles umgekrempelt, neue Strukturen geschaffen, neue Abteilungsleiter installiert, aber niemanden von den rund 260 Mitarbeitern entlassen. Sie hat den Internationalen Suchdienst (ITS) mit überwiegend humanitärem Auftrag in ein modernes Dokumentationszentrum verwandelt und damit die rund 70 Jahre alte Institution zukunftsfähig gemacht.

 Dass diese Zukunft in Arolsen und nicht an einem anderen Ort stattfinden wird, scheint bei ihrem Abschied zum Jahresende gesichert festzustehen. Professor Dr. Rebecca Boehling war nur drei Jahre in Bad Arolsen, doch sie hat den Internationalen Suchdienst in dieser kurzen Zeit mehr verändert als all ihre Vorgänger zusammen.

Damit ist sie vor allem dem Auftrag des Internationalen Ausschusses gefolgt, jenes Kontrollgremiums, dem Vertreter von elf Staaten angehören. Dass aber die ganze Weltgemeinschaft interessiert auf Bad Arolsen und den Internationalen Suchdienst blickt, wurde 2013 deutlich, als das ITS-Archiv von der UN-Weltkulturinstitution Unesco in den Rang eines Weltdokumentenerbes gehoben wurde.

Das weltweit einzigartige Archiv umfasst eine riesige Sammlung von Originalakten aus den 30er und 40er Jahren über die Opfer des Nationalsozialismus: zum Beispiel Gestapo-Vermerke über jüdische Bürger, Listen über Verhaftungen, Gefangenentransporte zwischen den Konzentrationslagern, Sterbebücher mit Tausenden von Sterbeurkunden aus Auschwitz und viele grausame Details mehr.

Diese historischen Fakten sind Erbe der Menschheit. Sie zu bewahren, ist Aufgabe des Internationalen Suchdienstes, kontrolliert durch ein internationales Gremium, finanziert – als Kriegsfolgelast – durch die Bundesrepublik Deutschland.

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