Investor wpd hält an Projekt bei Mengeringhausen fest und plant:

Weniger und höhere Windkraftanlagen

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Die Windkraftanlagen bei Kohlgrund. Foto: Armin Haß

Bad Arolsen-Mengeringhausen - Weniger und dafür vermutlich höhere und leistungsfähigere Windkraftanlagen sollen im Stadtwald in Mengeringhausen gebaut werden. Das ist das Ergebnis des bisherigen Planungsverfahrens.

Vor allem aus Gründen des Vogelschutzes, wegen des Flugplatzes Mengeringhausen und mit Rücksicht auf die Anliegen von Bürgern werden das nördliche Gebiet bei Massenhausen aus dem Entwurf zur Änderung des Flächennutzungsplanes herausgenommen und der südliche Bereich verkleinert. Dies teilten Bürgermeister Jürgen van der Horst und wpd-Projektleiter Diplombiologe Ekkehard Darge am Mittwochvormittag mit. Das vor drei Jahren begonnene planungsrechtliche Verfahren ist so weit vorangeschritten, dass die zweite Offenlegung beginnen kann.

Waren zunächst bis zu 15 Anlagen vorgesehen, so hat wpd unter dem Eindruck der vielen kritischen Stellungnahmen aus der Bürgerschaft und von Naturschützern die Anzahl auf zwölf nach unten korrigert.

Damit lasse sich der Windpark noch wirtschaftlich betreiben, sagte Bürgermeister van der Horst. Derzeit werde geprüft, ob leistungsfähigere Anlagen erreichtet werden können. Diese würden dann 3,2 statt 2,4 Megawatt leisten und wären 198 statt 184 Meter hoch. Dabei kommen den Investoren die Fortschritte der Hersteller bei der Entwicklung von Windmühlen entgegen, die mit größeren Rotorflächen und höheren Masten auch im Binnenland einen guten Ertrag bringen.

Bei einer entsprechenden Größe könne erzeugte Strom auch direkt in das Hochleitungsnetz eingespeist werden. Doch hierzu stehen noch Gespräche mit den Energieversorgungsunternehmen an.

Mehrere hundert Seiten Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange und von Bürgern galt es bisher auszuwerten, wie Dr. Heiko Sawitzky vom Büro PNL Hungen berichtete. An einer Sondersprechstunde zu dem Planungsverfahren nahmen rund 100 Bürger teil. Schließlich hatte sich bereits eine Bürgerinitiative gegen das Vorhaben gebildet und konnten die Projektgegener mit mehrereren Vertretern in die Stadtverordnetenversammlung einziehen.

Die Beteiligung der BI sei schon erheblich intensiver, als es nach den Regeln der Bauleitplanung vorgeschrieben sei, sagte Sawitzky. Und doch solle die BI stärker in das Verfahren einbezogen werden.

Abstand zum Wohngebiet

Mit der Verkleinerung des potentiellen Windparkgebiets wird den Kritikern aus der Bevölkerung Rechnung getragen und soll auf Vorschlag des Magistrates das Naherholungsgebiet um den Weißen Stein freigehalten werden. Zudem werde der größtmögliche Abstand zu den Wohngebäuden eingehalten, sagte Sawitzky.

Der Verzicht auf den nördlichen Abschnitt werde sich positiv auf die Vogelwelt auswirken, sagte der Planer. Ein Ausschluss-Kriterium wären die Belange des Vogelschutzes aber nicht gewesen, sagte Sawitzky. „So viel Vogelzug gibt es da nicht.“ Allerdings muss noch ein ornithologisches Gutachten zum Thema abgewartet werden. Dabei gilt es auch, das Vorkommen des Rotmilans zu begutachten.

Eine besondere Gefahr für Fledermäuse ergibt sich nach Auskunft von Sawitzky nicht. Hier sei aber die Installation von Horchboxen in den Gondeln vorgeschlagen worden, mit deren Hilfe das Auftauchen der Flugsäuger erkannt und die Rotoren für den Zeitraum abgeschaltet werden könnten. Problematisch würde es allenfalls bei spätsommerlichen Zügen oder bei der Balz. Da der Rotor erst ab 80 Metern Höhe beginne, so Darge, und Fledermäuse höchstens bis auf diese Höhe zu ihren Jagdzügen aufstiegen, dürften die Risiken verschwindend gering ein.

Alle diese Informationen sollen mit bildlichen Darstellungen der zu erwartenden Windkraftanlagen im Internet auf der Homepage der Stadt (www.bad-arolsen.de) dargestellt werden. Ferner tausche sich das Planungsbüro laufend mit dem Naturschutzbund aus, so Sawitzky.

Die überarbeiteten Pläne sollen in der Stadtverordnetensitzung am 20. Juni beraten werden. Danach werden sie zum zweiten Mal ausgelegt. Dann erfolge die endgültige Entscheidung des Stadtparlamentes.

wpd hat inzwischen in der Nähe von Kohlgrund eine Windkraftanlage gebaut. Bei Massenhausen lässt das Unternehmen außerdem die zweie Windmühle errichten.

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