Bad Arolser Jugendmusikfestival wirkt völkerverbindend über Kontinente

Wertvoller und erfolgreicher als alle Diplomatie

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- Wo singen schon Polen, Deutsche und Mexikaner gemeinsam, begleitet von einer schwedischen Band Lieder mit deutschem und englischem Text? - Solche Kombinationen gibt es nur beim Internationalen Musikfestival in Bad Arolsen.Fotos von der Abschlussgala des Internationalen Jugendmusikfestivals finden Sie in dieser Bildergalerie.

Bad Arolsen. So konkrete völkerverbindende Freundschaft bringt kein Politiker und keine Diplomatie zustande. Das schafft nur die Musik und die Vision begeisterter Lehrer, die es verstehen, ihre Schüler mitzunehmen auf eine Entdeckungsreise zu fremden Kulturen und sympathischen Menschen in aller Welt. So war es auch in der vergangenen Woche, als sich rund 250 junge Musiker aus sechs verschiedenen Ländern in Bad Arolsen zum 7. Internationalen Jugendmusikfestival trafen. Stimmungsvoller Höhepunkt einer Woche voller Workshops am Vormittag und vielen Konzerten in ganz Nordhessen in den Abendstunden war am Sonnabend die große Abschlussgala in der fürstlichen Reitbahn. Hier gaben die Big-Band und der Chor aus dem polnischen Bydgoszcz, der Studentenchor aus dem mexikanischen Puebla, der schwedische Big Band aus Västerås, die Sing Kids aus der Schweiz und die Bad Arosler Gastgeber-Ensembles noch einmal alles, um ihr begeistertes Publikum zu verwöhnen. Mitreißendes Glanzstück der fast vierstündigen Veranstaltung war der gemeinsame Chorauftritt aller Sänger aus Polen, Mexiko und Deutschland zu Liedern unter anderem von Herbert Grönemeyer (Mambo - Ich finde keinen Parkplatz). Möglich gemacht wurde dieser Auftritt von CRS-Musiklehrer Steffen Hause, der in einem Workshop alle Chöre zu einem harmonischen Ganzen zusammenführte. Wahre Beifallsstürme ernteten auch die Swing Kids aus der Schweiz und die Tänzer der Energy Dance Group aus Kingston im US-Bundesstaat New York. Deren Leiter ernannte Festspielleiter Werner Sostmann dann auch gleich zum Ehrenmitglied der wilden Truppe. Für Sostmann, der zum neuen Schuljahr an die deutsche Schule in Malaysia wechselt, war es ein Abschied, der unter die Haut geht. Zusammen mit Rainer W. Böttcher und Hartmut Foertsch hatte Sostmann die Reihe der Jugendmusikfestivals im Jahr 2000 aus der Taufe gehoben. Hartmut Foertsch in im vergangenen Jahr viel zu früh verstorben. An ihn erinnerte sein Nachfolger und langjähriger Mitstreiter Frank Bumke. „Nach dem Festival ist vor dem Festival“, brachte Erster Stadtrat Helmut Hausmann die Hoffnung der Stadt zum Ausdruck, dass die Reihe der internationalen Jugendbegegnungen fortgeführt werden kann. Doch das ist in erster Linie abhängig von der Finanzierbarkeit, wenn sich künftig Bund und Land nicht mehr mit Zuschüssen beteiligen können oder wollen.Treue Unterstützer waren und bleiben die Initiative „Pro Bad Arolsen“, die Sparkassen-Kulturstiftung und viele private Sponsoren.

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