Verstrickungen der Finanzverwaltung

Wichtige Rädchen beim systematischen Raub

+

Wolfhagen - „Legalisierter Raub. Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933 - 1945“, so lautet der Titel einer Sonderausstellung, die am Mittwoch, 16. Januar, um 19 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum, Hans-Staden-Str. 24, eröffnet wird.

Die Ausstellung, die bis zum 7. April zu sehen sein wird, beschäftigt sich mit den Gesetzen und Verordnungen, die ab 1933 auf die Ausplünderung jüdischer Bürger zielten.

Sie stellt die Beamten der Finanzbehörden vor, die die Gesetze in Kooperation mit weiteren Ämtern und Institutionen umsetzten, und sie erzählt von denen, die Opfer dieser Maßnahmen wurden.

Die Ausstellung des Fritz-Bauer-Instituts und des Hessischen Rundfunks zeigt sehr eindringlich, wie das „Deutsche Reich“ sowohl an all denen verdiente, die in die Emigration getrieben wurden, wie an jenen, die blieben, weil ihnen das Geld zur Auswanderung fehlte oder weil sie ihre Heimat trotz allem nicht verlassen wollten.

Zur Ausstellungseröffnung sprechen der Schirmherr Uwe Schmidt, Landrat des Landkreises Kassel, und Dr. Thomas Wurzel, Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Außerdem wird Katharina Stengel vom Fritz-Bauer-Institut in das Thema der Ausstellung einführen. Helge Heynold (Hessischer Rundfunk) liest aus Dokumenten zur Ausplünderung der jüdischen Bevölkerung in Wolfhagen und Umgebung. Im Anschluss wird zu einem Rundgang durch die Ausstellung eingeladen. (r)

Der Eintritt ist für Schulklassen und Jugendgruppen kostenfrei. Erwachsene zahlen den Museumseintritt. Zur Ausstellung werden Gruppenführungen zum Preis von 25 Euro angeboten. Anmeldungen an das Regionalmuseum unter 05692/992431 (erreichbar Montag bis Freitag von 10 bis 13 und von 14 bis 17 Uhr).

Kommentare