Bad Arolsen

Windräder müssen 1000 Meter Abstand zu Wohngebieten wahren

- Wiesbaden/Bad Arolsen (r). Zum Schutz der Bürger vor Lärm sollen Windkraftanlagen in Hessen einen Regelabstand von mindestens 1000 Metern zu vorhandenen oder geplanten Wohngebieten halten. Dies sehen die demnächst im Staatsanzeiger veröffentlichten Handlungsempfehlungen von Wirtschaftsminister Dieter Posch und Umweltministerin Silke Lautenschläger vor. „Bei starkem Wind können mehrere Anlagen zusammen so laut sein wie eine stark befahrene Straße“, erläuterte Posch. „Bei einem entsprechenden Abstand wirken sie auch optisch nicht mehr so bedrängend.“

Die Regierungspräsidien als Planungs- und Genehmigungsbehörden können im Einzelfall von dieser Vorgabe abweichen: Bei Einzelhäusern, Splittersiedlungen und Gewerbeflächen können auch geringere Abstände gerechtfertigt sein, bei Kur- und Klinikgebieten größere, heißt es in der Empfehlung. Bei Autobahnen, vierspurigen Fernstraßen und überwiegend dem Fernverkehr dienenden Schienenstrecken wird ein Abstand von mindestens 150 Metern empfohlen, bei allen sonstigen Verkehrswegen von 100 Metern. Aus Nationalparks, Naturschutzgebieten und den Kernzonen der Biosphärenreservate sollen Windräder generell ausgeschlossen bleiben, ebenso aus Schutz- und Bannwäldern. Die Vorschrift gilt nicht nur beim Bau neuer Anlagen, sondern auch bei der Aufrüstung bestehender (Repowering).„Ich hoffe, dass unsere Empfehlung dazu beiträgt, die Auseinandersetzungen um die Nutzung der Windkraft zu befrieden“, sagte der Minister. Die Akzeptanz solcher Anlagen bei den Bürgern nehme zu mit dem Abstand zum eigenen Heim. Das Energiekonzept der Landesregierung sieht vor, die Windkrafterzeugung bis zum Jahr 2020 zu verzehnfachen. (r)

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