Vorführung im Heimatmuseum

Als Wrexen noch die Weberei hatte

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Museumsfest in Wrexen: am 200 Jahre alten Webstuhl führt Marie-Luise Röling vor, wie früher in Wrexen gewebt wurde. Mit im Bild sind ihr ehemaliger Chef, Dietrich Habbishaw (2.v.r.), Museumsvereinsvorsitzender Dr. Jürgen Römer und junge Zuschauer. Foto: S

Diemelstadt-Wrexen - Mit einer Webereivorführung hat der Wrexer Museumsverein zur Saisoneröffnung wieder ein Stück Heimatgeschichte präsentiert.

Die älteren Wrexer können sich noch gut an die Zeit erinnern, als die Weberei Habbishaw und die Bandweberei Dietrich Jäkel nahezu Seite an Seite existierten. Beide Unternehmen siedelten sich 1949 in Wrexen an. Besonders die Frauen aus der Umgebung profitierten von den Arbeitsplätzen. In der Blütezeit habe man bis zu sechzig Mitarbeiter in zwei Schichten beschäftigt, erinnerte sich Seniorchef Dietrich Habbishaw, der zum Museumsfest einen rund 200 Jahre alten Webstuhl mitgebracht hatte. Wie das Teppichweben in früheren Zeiten vor sich ging, führte daran spontan die Wrexerin Marie-Luise Röling vor, die bis vor rund vierzig Jahren in der Firma beschäftigt war. Bereits in den Siebzigerjahren war die Weberei nach Homberg verlegt worden. Bis heute wird dort mit nachwachsenden Rohstoffen - Schafswolle auf Leinenfäden - gewebt. Die zweite Weberei in Wrexen, die Bandweberei Jäkel, schloss vor zehn Jahren ihre Tore.

Passend zum Thema hatten die ehrenamtlichen Museumsmacher zum Fest auch einige „Rohstofflieferanten“ eingeladen: eine kleine Schafherde machte es sich abseits des Rummels gemütlich. Trotz Dauerregens suchten nämlich zahlreiche Besucher das Heimatmuseum auf, in dem es zwischen allerlei historischem Hausrat viel zu entdecken gibt.

Die Ortsdienerglocke zur Eröffnung durfte in diesem Jahr erstmals Bürgermeister Elmar Schröder schwingen, der auch gleich sein liebstes Ausstellungsstück - den Kolonialwarenladen - verriet. Zum Gelingen des Festtags trugen dann zahlreiche Wrexer bei, angefangen beim gemischten Chor über die Feuerwehr, Schulband und Spielmannszug, Jungzüchter Noah Carl, Glasmaler Edi Hopfer bis zu Teddybastlerin Edeltraut Vollmer. Wer nach einer Oldtimerausfahrt, Ziellöschen, Papierschöpfen oder Ponyreiten noch Hunger verspürte, der konnte sich an der Kaffeetafel der Museumsfrauen laben.

Das Heimatmuseum im DGH Wrexen, Ramser Straße, ist bis Oktober jeweils mittwochs von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Anmeldungen, Führungen unter Telefon 05642/988799. (sim)

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