Für Sanierungsarbeiten an B7 bei Wrexen noch drei Wochen erforderlich

„Wrexer Bürger werden missachtet“

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Diemelstadt-Wrexen - Der Zorn über die ins Stocken geratenen Bauarbeiten an der B 7 ist weiterhin groß, doch die Aussicht auf eine baldige Sanierung der Kreisstraße 91 bei Orpethal könnte die Gemüter besänftigen.

Mit der Frage „Warum wird nicht im Sommer gebaut?“, brachte Bürgermeister Elmar Schröder bei einer Gesprächsrunde im Landgasthaus Kussmann den ganzen Ärger der Kommunalpolitiker und Wrexer Bürger über den späten Baubeginn und die dadurch verursachte längere Umleitung der B 7 auf den Punkt. Bauingenieur Gerhard Frewer, vom Landesbetrieb Straßen.NRW mit der Bauüberwachung beauftragter Mitarbeiter der Niederlassung Paderborn, erläuterte die Vorgehensweise und äußerte Verständnis für den Ärger der Wrexer.

Der Rathauschef zeichnete am Mittwochabend die Vorgeschichte nach: Seit dem Erdrutsch im Frühjahr habe es diverse Gesprächsrunden von Vertretern der nordrheinwestfä-lischen Straßenbauverwaltung, von Behörden aus beiden Bundesländern und der Stadt gegeben, in denen er darauf hingewiesen habe, wie schädlich sich eine Umleitung des Kfz-Verkehrs von täglich 1750 Fahrzeugen auf die erst kurz vorher umgebaute Ortsdurchfahrt von Wrexen auswirken werde.

Baubeginn verzögert

Diese Gespräche begannen im Juni und zogen sich hin, bis schließlich entschieden wurde, den Verkehr einspurig an der Baustelle vorbeizuführen und die Verkehrsströme aus Richtung Marsberg über die K 91 durch Orpethal und weiter durch Wrexen zu lenken. „Das ist eine Missachtung der Bürger“, wetterte das Wrexer Ortsbeiratsmitglied Dr. Hansjürgen Römer. Da halfen auch die Einwände der Stadt nicht, dass „jeder vernünftige Mensch die Autobahn als Umleitung wählen würde“, so Schröder. Doch der Protest half nicht, obendrein wurde aus Naturschutzgründen erst im Oktober mit den Arbeiten begonnen. Gleichwohl war zugesagt worden, dass die Arbeiten nach sechs bis acht Wochen, also vor Weihnachten, beendet sein sollten.

Die Arbeiten zogen sich hin, nach Rodungen und Räumungsarbeiten mussten die Geologen ran und wurde erst dann das genaue Ausmaß der mit Kosten von 350000 Euro veran-schlagten Sanierungsarbeiten bekannt. Dann kam der Winter und das Ende der Arbeiten. Seither hat sich nicht viel getan. Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Laut Frewer sollen die Arbeiten nur noch drei Wochen dauern. Dazu müsste aber endlich der Frost aus dem Boden weichen.

Kein Strom für Schützen?

Eine komplette Öffnung der B7 sei aus Sicherheitsgründen nicht möglich, betonte Frewer. Die Statik des Hangs sei nicht sicher, weitere Felsbrocken könnten auf die Fahrbahn rollen. Zusätzlich zu den Erosionsschutzmatten und Stahlnetzen soll ein Fangzaun oberhalb der Hangkante geschaffen werden, der damit den Wanderweg in Richtung Warburg sichern würde.

Zeitdruck besteht durch Bauarbeiten in Wrexen, wie Bürgermister Schröder deutlich machte: Dort soll eine Elektroleitung verlegt werden: „Wenn das nicht klappt, dann gibt es beim Schützenfest keinen Strom in der Mehrzweckhalle.“

Einen positiven Nebeneffekt könnte die Umleitung über die schon stark beschädigte und von der Straßenmeisterei Bad Arolsen immer wieder notdürftig reparierte K 91 bringen: Als Verursacher der Umleitung würde Straßen.NRW laut Bernward Stamm (Hessen Mobil) für die Wiederherstellung der Fahrbahndecke Geld bereitstellen. Der Kreis habe zwar schon die Bereitstellung von Haushaltsmitteln für den Ausbau der K 91 zugesagt, sagte Schröder, doch würde die Stadt diesen Anteil aufgrund des derzeitig günstigen Zinsniveaus auch vorfinanzieren. Damit würde endlich die Weiterführung des Diemelradwegs vom Upland über den Diemelsee in Richtung Wrexen und Warburg ermöglicht.

Beste Lösung

„Das wäre die einfachste Lösung für Straßen.NRW und die beste Lösung für den Kreis“, sagte dazu Frewer. „Wir ärgern uns“, sagt Stamm, „vielleicht profitieren aber auch alle von dem Projekt an der B7.“

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