Vierstündiges Sitzungsprogramm / BILDERGALERIE

Wrexer Narren starten in die fünfte Jahreszeit

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Diemelstadt-Wrexen. - Sven und Kathrin Behrens sind das neue Prinzenpaar an der Diemel. Sie wurden am Sonnabend bei einer rauschenden Fremdensitzung in der Diemelgoldhalle feierlich inthronisiert.

Im deftigen Zwiegespräch mit dem singenden Sitzungspräsidenten steht Sven Behrens schon seit vielen Jahren auf der Bühne. Und auch als Prinz machte der Sohn des Stadtverordnetenvorstehers eine gute Figur. Strahlend stand auch Bürgermeister Elmar Schröder auf der Bühne. In einer geschliffenen Büttenrede zog er eine Bilanz der Straßenbauprobleme rund um Wrexen, bevor er klaglos den goldenen Rathausschlüssel an die Tollitäten überreichte. Den Auftakt zur spritzigen Narrensitzung hatte Ortsvorsteher Martin Varlemann gesetzt. Als verirrter Radler nach der hr4-Radltour stichelte er gegen die Nachbarn aus „Wrexen-Süd“ und mahnte, dass Rhoden von der Kommunalpolitik nicht bevorzugt werden dürfe. Und zum neuen Rhoder Rewe meinte Varlemann: „Konsum-Tempel hin oder her – bei Edeka erfährst du mehr.“ Auch er habe erst bei Edeka erfahren, dass seine Frau ihn vor die Tür gesetzt habe. Um so erleichterter war er zu Hause, dass alles nur üble Nachrede war. In ihrer Thronrede nahmen Kathrin und Sven Behrens den Ball auf und mahnten den Bürgermeister, nach seiner Kassenaktion bei Rewe nun auch im Wrexer Edeka für die gute Sache zu werben: Hier solle er aber an der Fleischtheke aushelfen. Das würde den Wrexer Frauen besser gefallen. – Im Übrigen beklagte das Prinzenpaar: „Die Finanzkrise hat in Wrexen zugeschlagen: Die Waldecker Bank wollte uns nicht mehr haben.“ Was folgte, war ein Feuerwerk der guten Laune mit vielen schönen Tanzeinlagen: Das Gardeballett aus der Bürgermeister-Heimat Erlinghausen glänzte als bleiche Horror-Bräute mit einem Zombie-Tanz und die Show-Girls hatten Abba-Songs aus dem Musical „Mamma Mia“ zu einem Bühnen-Kurzprogramm zusammengeschneidert. Sehenswert war auch die Leucht-Show der „Flimbees“, die in besonders präparierten Elektronik-Anzügen im Dunkeln leuchteten. Die 15-jährige Lisanne Koll hatte mit ihrer Gitarre „unplugged“ einen gefeierten Auftritt und Max Dissen kam als halbgescheiter Paul Panzer daher. Das Chaos-Team hatte eine satirische Anleihe bei der Kölner „Stunksitzung“ genommen und präsentierte eine flotte Kabarett-Show zum Thema Schleckerfrauen, mit dem Vorschlag, diese als Erzieherinnen für die U-3-Betreuung einzusetzen. In der Kita „Schleckermäulichen“ geht es aber in alter Gewohnheit nicht um die U-3, sondern um die 2,99: „Wer Handel kann, kann auch Kinder. Und wer Einzelhandel kann, der kann auch Einzelkinder.“Den glanzvollen Schlusspunkt unter eine rundum gelungene Prinzenproklamation setzte die „Wrexer Puppenkiste“ mit ihrer Zeitreise durch 50 Jahre Musikgeschichte. (es)

Hier die schönsten Fotos aus der Diemelgoldhalle.

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