Ehrenamtliche des Tierschutzvereins sehen sich oft in der Rolle des lästigen Bittstellers gegenüber

6000 bis 8000 Euro monatlich an Bedarf

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Miriam und Max wollen mit den Katzen im Altwildunger Tierheim kuscheln. Mit auf dem Bild Elke Nikoleit vom Vorstand des Tierschutzvereins.

Bad Wildungen-Altwildungen - Mitglieder, Spender, Paten für Hunde und Katzen, insbesondere Geld: Bei all dem herrscht mehr oder weniger Mangel beim Tierschutzverein Bad Wildungen und Umgebung.

Beim Tag der offenen Tür im Tierheim am Altwildunger Dachsköppel machte Elke Nikoleit, Vorstandmitglied im Verein, auf die nach wie vor erheblichen Probleme aufmerksam. An erster Stelle steht das „ewige“ Klagelied der Tierfreunde über knappe Finanzen.

„Wir brauchen 6000 bis 8000 Euro im Monat für den laufenden Betrieb“, rechnet Nikoleit vor. Auf der Einnahmeseite stehen dagegen nicht allzu hohe Mitgliedsbeiträge, einige Spenden und alljährliche Zuschüsse der Stadt Bad Wildungen (derzeit 13 500 Euro) und der Gemeinde Edertal. Unter dem Strich reicht es vorne und hinten nicht. Immerhin stehen drei Vollzeitkräfte im Tierheim und ein Lehrling auf der Lohnliste.

Glücklicherweise leisten immer wieder ehrenamtliche Helfer Unterstützung. In der nächsten Zeit entscheiden Wildungens Stadtpolitiker über die beantragte Erhöhung der alljährlichen Beihilfe. Elke Nikoleit ist sich nicht sicher, ob die Argumente der Tierschützer auf offene Ohren stoßen werden: „Leider sind wir eher in der Rolle lästiger Bittsteller. Dabei könnten wir ein Werbeträger für die Kurstadt werden.“ Zum Beispiel durch vermehrte Versorgung der Tiere von Kurpatienten.

Nach langwierigem Entscheidungsprozess rang sich die Stadt Bad Wildungen zu einer Verbesserung der zum damaligen Zeitpunkt völlig unzureichenden räumlichen Verhältnisse im Tierheim durch, einstmals als Dachs- und Fuchsfarm gebaut. Leider sei das Projekt, wie Elke Nikoleit durchblicken lässt, nicht gerade eine bauliche Glanzleistung geworden. „Unser Tierheim ist immer noch wenig attraktiv.“

Bad Zwesten und Fritzlar sind als Einzugsgebiete „ausgestiegen“. Der Tierschutzverein meldet zurückgehende Mitgliederzahlen, zuletzt waren es noch rund 100. Trotzdem werde, wie die Tierschützer beteuern, „Tierpflege mit Liebe und Hingabe geleistet“. Derzeit sind es 15 Hunde, 70 Katzen und in der Rubrik „ungewöhnliche Heimgäste“ zwei Schildkröten und etliche Ratten. Nicht nur Mitglieder und ehrenamtlich tätige Helfer sucht der Verein dringend, eine weitere Möglichkeit der Hilfestellung ist die Übernahme einer Tierpatenschaft. Ab und zu spazieren gehen mit Schäferhündin Doro oder kuscheln mit Kater Blacky, dies würde zu den Aufgaben gehören.

Gelegentlich könnten die Vierbeiner mit nach Hause genommen werden. Und es kann materielle Unterstützung geleistet werden, etwa in Form von Futter oder Bargeld. Aufgenommen im Wildunger Tierheim werden nicht nur ausgesetzte Fundtiere, sondern auch zeitweilige „Pensionsgäste“, wenn deren Besitzer erkranken oder in Urlaub fahren. Weitere Informationen unter Tel. 05621/2763 oder im Internet unter der Adresse www.tierheim-bad-wildungen.de.

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