Demnächst könnte es als Seminar- und Kongresszentrum genutzt werden

65000 Euro fürs frühere Jagdschloss

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Waldeck-Selbach - In seiner mehr als 300-jährigen Geschichte fungierte das Schloss Friedrichsthal in Waldeck-Selbach als Jagdschloss, Meierhof und Domäne. Vorübergehend wurden in dem barocken Gebäude auch Ferienwohnungen angeboten. Demnächst könnte es als Seminar- und Kongresszentrum genutzt werden.

Das jedenfalls sehen die Planungen der neuen Besitzer, des holländischen Ehepaars Rene Hol und Jeanette Elskamp vor. 2008 haben sie das historische Baudenkmal erworben und zunächst einen Bereich für die private Nutzung hergerichtet. In den kommenden zwei Jahren sollen nun die Abschnitte saniert werden, die einer repräsentativ-geschäftlichen Nutzung zugedacht sind.

Die Sanierung des 1701 erbauten architektonischen Kleinods ist mit erheblichen Kosten verbunden. Bundestagsabgeordneter Thomas Viesehon (CDU) hatte sich deshalb dafür eingesetzt, dass das Objekt in die Förderliste des Bundes für den Denkmalschutz aufgenommen und mit einem Zuschuss bedacht wurde.

Nachdem der Haushaltausschuss in Berlin die Mittel in der vergangenen Woche freigegeben hatte, konnte Viesehon dem Ehepaar Hol-Elskamp jetzt die gute Nachricht überbringen, dass bis zu 65000 Euro für Schloss Friedrichsthal bereitstehen.

Diese sollen den aktuellen Planungen zufolge für die aufwändige Sanierung des Dachstuhls verwendet werden, für die mehr als die Hälfte der ermittelten Gesamtkosten in Höhe von gut 600000 Euro vorgesehen sind.

Viesehon dankte bei dieser Gelegenheit dem Ehepaar Hol-Elskamp für sein Engagement. „Es ist sicherlich ein Zeichen dafür, dass Europa zusammenwächst, wenn eine niederländische Familie solche enormen Anstrengungen unternimmt, um ein einzigartiges Baudenkmal in Deutschland zu erhalten, das ansonsten möglicherweise dem Verfall preisgegeben wäre“. Zugleich erinnerte Viesehon auch an die historisch gewachsenen Verbindungen zwischen Waldeck und den Niederlanden, die sich vor allem mit der Person von Königin Emma verbinden.

Der Bundestagsabgeordnete freute sich zudem darüber, dass mit dem Junkernhof im Caldener Ortsteil Meimbressen ein weiteres nordhessisches Architekturdenkmal gefördert wird. In den vergangenen Jahren waren zudem bereits Bundesmittel in die Restaurierung des Klosters Flechtdorf geflossen.

Für den Landkreis gratulierte Erster Kreisbeigeordneter und Baudezernent Jens Deutschendorf zu der finanziellen Förderung durch den Bund und stellte auch weiterhin die fachliche Unterstützung der unteren Denkmalbehörde beim Landkreis in Aussicht, die das Projekt seit Beginn der Sanierung begleitet hatte. Auch Deutschendorf fand lobende Worte für die Initiative der holländischen Eigentümer. „Der Landkreis Waldeck-Frankenberg wird maßgeblich durch seine historischen Baudenkmäler geprägt, die neben der intakten Natur eine der tragenden Säulen für den Tourismus darstellen“, so der Erste Kreisbeigeordnete. „Beim Erhalt dieser einmaligen Substanz sind wir auch auf privates Engagement angewiesen, dafür ist die Sanierung des Jagdschlosses Friedrichsthal ein hervorragendes Beispiel“. Die private Initiative bedürfe jedoch ihrerseits der öffentlichen Unterstützung, deshalb sei die Mittelbereitstellung durch den Bund das richtige Signal.

Mit den Besitzern freuten sich auch Waldecks Bürgermeister Jörg Feldmann und Selbachs Ortsvorsteher Bodo Wagener über den Bundeszuschuss. Dieser trage dazu bei, ein einzigartiges kulturelles Denkmal zu erhalten und zugleich dem Tourismus in Waldecks kleinstem Ortsteil neue Impulse zu verleihen.

Rene und Jeanette Hol-Elskamp bedankten sich für die finanzielle und ideelle Unterstützung, die sie für ihr Projekt bereits erhalten haben. Rene Hol wies darauf hin, dass Schloss Friedrichsthal seinerseits als ein Architektur gewordenes Symbol für das Zusammenwachsen Europas gelten könne. Erbaut für einen deutschen Fürsten im Stil des französischen Barock von niederländischen Baumeistern sei das Schloss nun im Besitz einer holländischen Familie. „Damit schließt sich der Kreis“, so Rene Hol.(r)

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