Arbeitskreis soll bis Herbst Heloponte-Konzept vorlegen

80-Millionen-Bad liegt schwer im Magen

Die CDU spricht von elf Varianten für einen Um- oder Neubau, andere von drei Alternativen. Ein Arbeitskreis soll die besten Ideen bündeln und ein Konzept für das neue Heloponte vorlegen.

Bad Wildungen - Sanierung oder Neubau - das bleibt die große Frage. Zukunftspläne für das Heloponte heizen seit drei Jahren die Diskussionen an. Runder Tisch, Gutachten und Bürgerbefragung sind auf den Weg gebracht, Ideen gesammelt. Jetzt geht‘s ans Eingemachte: Ein Arbeitskreis soll die Rosinen herauspicken und bis zum Herbst ein Konzept vorlegen.

Ein Bericht der Waldeckischen Landeszeitung hat hohe Wellen geschlagen: In der Stadtverordnetenversammlung am Montagabend in der Wandelhalle wird unter der Vielzahl der Aus- und Umbauvarianten immer wieder der Vorschlag des Architekten Thomas Torlach hoch gehandelt (siehe WLZ vom 1. März). Der Heloponte-Nutzer will mit weniger Wasser geringere Energiekosten, aber deutlich mehr Spaß garantieren.

Das ist aber noch Zukunftsmusik. In der jüngsten Parlamentssitzung verweist CDU-Fraktionsvorsitzender Oliver Syring auf mittlerweile elf Konzepte. Er fordert ein Ende der Diskussionen um immer neue Varianten und beantragt grundlegende Sanierung der Freizeitanlage.

Das Heloponte sei einem Großteil der Bevölkerung ans Herz gewachsen, deswegen sollten wesentliche Teile der Gebäudehülle erhalten bleiben und mit Details aus dem Torlach’schen Konzept und anderen Vorschlägen aufgepeppt werden. „Die Bad Wildunger Bürger wollen ein Hallenbad, sie wollen einen Kinder- und Kleinkinderbereich, eine Sauna, eine Rutsche und nach Möglichkeit eine Eisbahn - und sie wollen das alles an der Stresemannstraße, am jetzigen Standort.“

Syring rät zur öffentlichen Ausschreibung der Architekten- und Ingenieurleistungen, um Investitions- und Betriebskosten und erwartete Einnahmen getrennt nach Betriebseinheiten aufzulisten. Fördermöglichkeiten sollen ausgelotet, Gespräche mit Nachbarkommunen zur Bildung eines Zweckverbands oder anderer Beteiligung geführt werden. Auch Jürgen Graul (parteilos) ist für eine grundlegende Sanierung. Kosten und Erträge zu ermitteln sei jedoch eine Mammutaufgabe und von der Bauabteilung nicht zu leisten. Bei der Beratung gehörten Experten mit ins Boot. „Wir Parlamentarier sind überfordert, mit unseren Kenntnissen eine solche Aufgabe zu stemmen - dafür müssen wir Fachleute haben.“

Ideen seien genug gesammelt, findet auch Bernd Süring (SPD).„Wir haben viele Fakten.“ Er beantragt den von Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Nawrotzki vorgeschlagenen Arbeitskreis, „der die Ideen bündelt und eine beschlussfähige Vorlage erarbeitet“.

Nach drei Jahren sei es an der Zeit, die Weichen für das künftige Heloponte zu stellen, meint Klaus Michino (parteilos). In Zeiten des kommunalen Bädersterbens mahnt Klaus Stützle (Grüne) nachdrücklich: „Hier geht es um die finanzielle Zukunft der Stadt Bad Wildungen.“

Walter Mombrei (SPD) will „kein Hopplahopp“, sondern Beschlüsse, die auf breiten Mehrheiten fußen. „Bei dem Riesenprojekt sollten wir aus der Phase des gegenseitigen Abwatschens und der Frage, wer dem Bürgerwillen am nächsten steht, herauskommen.“ Das bekräftigte auch Jörg Schäfer (FDP): „Wir können es uns nicht erlauben, dass jede Fraktion ihr eigenes Süppchen kocht.“

Am Ende der Diskussionen stellt Stefan Riedel (Grüne) fest: „Koalition und CDU liegen nicht weit auseinander.“ Von einer Sitzungsunterbrechung erhofft sich Dr. Edgar Schmal (CDU) einen einheitlichen Kurs. Der wird jedoch nicht eingeschlagen. Die deutliche Mehrheit (21 Abgeordnete) stimmt für den Änderungsantrag der Koalition (SPD, FDP, Grüne), 15 halten dagegen.

Beschlossen ist folgende Marschrichtung: Ein Arbeitskreis mit jeweils zwei Mitgliedern der Fraktionen sowie den fraktionslosen Abgeordneten filtert die besten Vorschläge aller Planentwürfe für ein beschlussfähiges Konzept, unabhängig von Sanierung oder Neubau. Bis zum Herbst sollen Ergebnisse für das künftige Heloponte vorliegen.

Stadtverordnetenvorsteher Nawrotzki: „Es geht nicht nur um Investitionen, sondern um 30 bis 35 Jahre Folgekosten - also um ein Finanzvolumen von 70 oder 80 Millionen Euro. (höh)

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