Übrigens

Abenteuer eines Eherings

Waldeck-Sachsenhausen - Ein güldener Ehering birgt liebevolle Erinnerungen, und ein Verlust ist bitter. Das hat eine Goldbraut dreimal in ihrem Eheleben durchgemacht und musste das eheliche Donnerwetter fürchten.

Kaum gefreit hat die Ober-Werberin ihren Ring das erste Mal verloren. Das ist 50 Jahre her und eingegraben ins Gedächtnis. Eingeheiratet in einen Bauernhof in Sachsenhausen rubbelt die junge Gisela Hosen auf dem Waschbrett. Da flutscht plötzlich der Ehering vom eingeseiften Finger. In Windeseile schnappt die Schwiegermutter zu und rettet ihn vor dem Abguss.

Das Eheleben auf dem Hof läuft wieder in seinen Bahnen, da passiert es Jahre später wieder: Beim Tränken der Kälbchen mit dem drolligen Jungtieren gespielt, und flupps verschwindet der Ring im kleinen Mäulchen. – Gott sei dank hat es keiner gesehen.

Klammheimlich stielt sich die Bäuerin abends in den Stall, denn sie ahnt, wo das Schmuckstück verborgen ist: Im Mist. Die Sachsenhäuserin ist nicht zimperlich, wühlt mit den bloßen Händen in Kuhfladen und Stroh und wird belohnt: Im grünen Dung glänzt golden der Ehering. – Glück gehabt – das Kälbchen hat das Schmuckstück ausgespuckt.

Und dann passiert es noch einmal – 42 Jahre nach dem standesamtlichen Treueschwur. Wieder ist er weg, der Ring, den ihr einst der frischvermählte Gatte Richard an den Finger steckte. In allen Nischen und Ritzen wird nach dem Reif gefahndet, sogar auf dem Korbacher Fundbüro. Aber diesmal hilft die intensive Suche nicht. Der Ehering ist und bleibt verschwunden.

Irgendwann wird ein neuer Ring gekauft und der Verlust ist beinahe vergessen. Bis eines Tages das Grabeland im Garten für die Aussaat vorbereitet wird. Beim Pflanzen der Stiefmütterchen schimmert unübersehbar Edelmetall. Er ist es wahrhaftig: Der Ring mit der Gravour „R und G 1963“. Vier Jahre Jahre verschollen und aus dem Nichts wieder aufgetaucht. Kam beim Umtopfen mit der Blumenerde in den Garten und kehrt wieder heil in die Schmuckschatulle zurück.

Bei der Goldhochzeit hatte der Ring seinen Ehrentag – am Finger der Goldbraut. Euer Sternchen

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