Aufwendige Inszenierung der Musicalgruppe „Strong together“ des Kirchenkreises

Abenteuer eines kleinen Engels

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Chorprobe im Musical „Proud Mary“, einer Aufführung der Musicalgruppe „Strong together“ in der Wandelhalle. Fotos: Senzel

Bad Wildungen - Bei tropischen Sommertemperaturen schwitzten die Mitwirkenden einer Musical-Neuinszenierung während dreier Vorstellungen in der Wandelhalle mit den Zuschauern um die Wette.

Die Musical-Gruppe „Strong together“ des Kirchenkreises Eder führte ihre dritte Inszenierung auf. Erstmals hatten die 15 Mitglieder ein eigenes Drehbuch geschrieben und dafür den Titel „Proud Mary“ gewählt.

Jenny Heise von der evangelischen Jugend, Gesamtverband Waldeck, hatte die Idee zu der Story. Die Geschichte dreht sich um die erwartete Wiederkehr von Jesus auf der Erde. Bis ins Detail wurde das Stück sorgfältig inszeniert von Jenny Heise, Johanna Mienert (evangelischelische Jugend, Zweckverband Edertal) und Viktoria Stotzka (Zweckverband Bad Wildungen).

In dem spannenden und immer wieder nachdenklich stimmenden Musical spielten Musik und Tanz - mit erarbeitet von Jaqueline Göbel - eine besondere Rolle. Umgesetzt wurden Melodien und Songs von einer rockig aufspielenden Band, von einem gut aufgelegten Projektchor und einer Reihe wohlklingender Solostimmen. Die Choreografien der professionell präsentierten Tänze waren perfekt wie die eingängig melodischen Lieder der sangesfreudigen Chormitglieder.

Erstaunlich auch die Leistungen der Darsteller, die Spielfreude versprühten, textsicher waren und mit Gestik und Mimik gefielen. Immer wieder gab es Szenenapplaus für die jungen Leute. Die irdischen und himmlischen Szenen erzählen eine Alltags- und eine Liebesgeschichte und vom Leben der Engel, die sich immer wieder zu Besprechungen am Konferenztisch versammeln. Da werden Anwesenheitslisten geführt und Dienstpläne für Wolken- und Erdeneinsatz aufgestellt. Da sind die Wolken und Sterne zu putzen und Heiligenscheine zu polieren. Andere Engel berichten von ihren Einsätzen auf Erden: Michael hat gerade Daniel aus der Löwengrube gerettet, der Schutzengel kommt zurück, und Gabriel war bei Maria, um die Ankunft des Jesuskindes zu verkünden. Nur der allerkleinste Engel war noch nie zum Einsatz. Als er vernimmt, dass Jesus auf die Erde zurückkommen wird, setzt sich der kleine Engel dorthin ab und sucht nach einer Maria als Mutter für das neue Jesuskind. Er findet eine schwangere Marie („das ist ja ähnlich wie Maria“), aber der Vater heißt Thomas. „Das geht ja gar nicht“ - wenn schon nicht Josef, dann sollte es wenigstens ein John oder Johnny sein. Also sucht der kleine Engel Viola weiter…

Es gab langen, begeisterten Beifall für ein inhaltsreiches, vom christlichen Glauben geprägtes Musiktheater. Wie für viele Theateraufführungen und Konzerte gilt allerdings auch für „Proud Mary“: Oft ist weniger mehr; eine 30 Minuten kürzere Aufführungszeit hätte dem Stück gutgetan.

Von Werner Senzel

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