Maritim sieht sich in Vermarktung durch falsche Assoziationen beeinträchtigt

Abschied vom Namen „Badehotel“

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Schriftzug und traditioneller Beiname des Wildunger Maritim verschwinden ab 1. Januar 2015.Foto: Werner Senzel

Bad Wildungen - Mit Beginn des neuen Jahres verschwindet der traditionell, seit 1856 nicht nur bei der Wildunger Bevölkerung bekannte und gebräuchliche Name „Badehotel“.

Die Firmierung lautet dann kurz „Maritim-Hotel Bad Wildungen“. Die Besucher des Wildbuffets des Nationalparks erfuhren als erste vom Maritim-Hoteldirektor Uwe Hanusch, dass sich die Geschäftsleitung der Maritim-Gruppe nach Absprache und nach Beratung mit Marketingfachleuten entschlossen hat, künftig für die Maritim-Gruppe „ein moderneres Erscheinungsbild“ zu pflegen und auf Zusätze zu „Maritim“ - also auch „Badehotel“ im Firmennamen zu verzichten.

Hanusch erklärte, es komme immer wieder vor, dass gerade die Veranstalter von Tagungen, Konferenzen, Kongressen und Seminaren beim Lesen des Wortes „Badehotel“ im Firmenlogo ein Haus für Kurpatienten, für Gäste mit medizinischen Anwendungen und Reha-Maßnahmen vermuten, als ein Kurhotel mit entsprechenden Einrichtungen.

Das führe immer wieder zu Missverständnissen und auch zu unterlassenen Buchungen von heute besonders wichtigen Hotelgästen aus dem Geschäfts- und Verbands- und Organisationsbereich.

Ein neues Problem stellt das keineswegs dar. In der Zeit des Wirtschaftswunders waren höher gestellte Stammgäste des Badehotels zum Beispiel daran gewöhnt, dass eigens spezielle Möbel für sie in die Zimmer gebracht wurden, wenn sie abstiegen. Manche brachten gar ihre Pferde mit. Zu solchen Persönlichkeiten zählte etwa der Generalvertreter der Wildunger Heilwässer, erinnert sich Gustl Weinrich, früher beim Staatsbauamt des Landes Hessen in Bad Wildungen beschäftigt. Als mit Blick auf die schwächere Gesamtauslastung das Badehotel die Kurgäste als neue Klientel zu umwerben begann, zog sich die vornehme Kunden-Gesellschaft zurück, weil die Kurenden schon mal im Bademantel zum Frühstück erschienen, erinnert sich Weinrich.

Von Werner Senzel

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