Harte Fakten treten in der gemeinsamen Sitzung von Planungs- und Umweltausschuss zu Tage

Alleebäume in erbärmlichem Zustand

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Die Flanierenden in der Wildunger Brunnenallee können sich glücklich schätzen, dass gequälte Bäume nicht zu schreien vermögen.Foto: Rüsch

Bad Wildungen - Aufgrund des schlechten Zustands der Bäume auf der kleinen Brunnenallee hat der Planungs-, Natur- und Umweltausschuss in gemeinsamer Sitzung einstimmig beschlossen, einige Wurzeln der Lindenbäume durch einen Fachmann untersuchen zu lassen.

Der Experte soll herausfinden, ob der Zustand der Bäume sich verbessern lässt durch Bewässerung, Zugabe von Nährstoffen oder Freilegen der Stämme, die im unteren Teil von der Erde in den Hochbeeten bedeckt sind.

Laut einem bereits vorliegenden Angebot eines Landschaftsarchitekten weisen die Bäume unterschiedliche Schäden auf. Einige wurden aus Sicherheitsgründen von der Stadtgärtnerei gefällt. Deutliche Worte über den Zustand der Lindenbäume fand Rainer Paulus, Forstmann und Leiter des Naturparks Kellerwald-Edersee, im Ausschuss: „Die Bäume der südlichen Seite sehen erbärmlich aus.“ Einen Hauptgrund der Schäden, die sich unter anderem in kleinem Wuchs ausdrücken, sehen die Fachleute darin, dass die Baumstämme im Hochbeet rund 30 Zentimeter mit Erde bedeckt sind und Gefahr laufen zu faulen.

Was viele nicht wissen: Die Krone eines Baumes spiegelt sich, wenn er gesund ist, in ihrer Größe im Wurzelwerk wider. Das Gutachten soll vor diesem Hintergrund auch prüfen, ob die Wurzeln der Allee-Linden in den Jahrzehnten eines so harten Baumlebens überhaupt ausreichend haben wachsen können.

Das Ergebnis der Sitzung müsste alle Laien desillusionieren, die sich in den vergangenen Jahren über die vorgesehene Erneuerung der Allee beschwerten. Könnten Bäume plötzlich laut vernehmlich schreien wie Tiere, die gequält werden, nähme es mit dem Erholungswert der Brunnenallee für Einheimische und Gäste aller Wahrscheinlichkeit nach ein abruptes Ende.(rü)

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