Empfehlung des Tourismusausschusses zu ET-Domizil an der Sperrmauer

Alt- und Neubau bleiben bei Edersee-Touristic in der Verlosung

Edertal - Am Donnerstag, 5. September, stehen der Gemeindevertretung wohl hitzige Beratungen ins Haus. Der Dauerbrenner „Neues ET-Domizil“ soll endlich durchzünden. Der Tourismusausschuss liefert mit seiner Empfehlung vom Dienstag die Vorlage.

Hin und her wogte die Diskussion bereits dort. Deutlich am Ende die Mehrheit für das, was Bürgermeister Klaus Gier als Vorschlag präsentierte: Das Parlament soll zwei Entwurfsplanungen für je 7500 Euro in Auftrag geben: Die eine Variante beinhaltet einen Neubau für die ET am Hang vor dem Schiffsanleger am Sperrmauervorplatz. Die zweite Variante untersucht den Einzug in das umzubauende, seit geraumer Zeit leer stehende Fiss-Gebäude am Vorplatz. Sechs Ausschussmitglieder votierten bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung dafür, diese zwei Aufträge an zwei heimische Architektenbüros zu erteilen – aber erst nach eingehender Debatte. Bürgermeister gegen Vorstand Gier berichtete ein hochinteressantes Detail. Die Mehrheit des Edertaler Gemeindevorstandes wollte nur eine Entwurfsplanung in Auftrag geben: die für einen Neubau. Ungewöhnlich: Der Bürgermeister setzte sich darüber hinweg und legte dem Ausschuss seinen eigenen Vorschlag mit zwei Varianten vor. „Bislang haben wir nicht viel mehr als die zwei grundsätzlichen Ideen und grobe Kostenschätzungen dazu. Die Entwurfsplanungen liefern uns mehr Fakten zu den Kosten und möglichen Hinweisen von Behörden, etwa in Sachen Brandschutz.“ Lägen diese Fakten vor, könne das Parlament endlich über den Weg entscheiden, begründete Gier seinen Schritt. Ihm liegt daran, die beiden Lager, die sich unversöhnlich gegenüber stehen, hinter einer demokratischen Entscheidung zusammenzubringen. Mehrkosten stets in Bauphase Ob das gelingt, daran säte Gier im selben Moment Zweifel, als er seine Einschätzung offenbarte, „dass von den Kosten her beide Varianten in etwa gleichauf liegen.“ Markus Jungermann (SPD), als Architekt vom Fach, riet deshalb auch, sich schon jetzt für eine Variante zu entscheiden und das Geld für die zweite Entwurfsplanung zu sparen. Man werde nach der Vorlage zweier solcher Planungen nicht schlauer sein als zuvor. „Mehrkosten bei unseren Projekten traten nie in der Planungsphase auf, sondern immer in der Ausführung. Das wird dieses Mal nicht anders sein“, prophezeite er. Es gehe schlicht um eine politische Entscheidung, die nur erneut vertagt werde. Karl-Heinz Schäffer (CDU) ist vollkommen unzufrieden mit alledem: Er sieht seinen und den Gedanken anderer Edertaler untergebuttert, lediglich einen Raum für die ET-Info am Vorplatz anzumieten und die ET-Verwaltung am Affolderner Info-Point zu belassen. Nur noch einen Standort Das spare tatsächlich Geld. In dasselbe Horn stieß Fraktionskollege Heinrich Schäfer. Die Ansicht der beiden erscheint aber nicht mehrheitsfähig, zeigte sich im Ausschuss.Die Zukunft des Info-Points am Affolderner See wurde in diesen Beiträgen erstmals Gegenstand öffentlicher Diskussion in der Edertaler Politik, ausgelöst durch den Bürgermeister: „Kein privates Unternehmen würde in einer solchen Nähe zueinander zwei Standorte unterhalten, sondern sich immer auf einen Ort konzentrieren.“ Klaus Gier will den aus seiner Sicht viel zu schwach besuchten Affolderner Info-Point schließen, wenn die Edersee-Touristic an der Sperrmauer ihr neues Domizil erhält – unabhängig davon, ob es ein Neu- oder der Altbau wird: „Ich bin zuversichtlich, dass wir eine andere Nutzung für den Info-Point finden, auch wenn es dafür keine Garantie gibt.“

Von Matthias Schuldt (siehe auch Kommentar: Her mit dem Neubau)

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