Armsfeld blickt zufrieden auf Abschluss der Dorferneuerung

Anstrengende neun Jahre mit Happy End

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Offiziell beendeten Vertreter aller beteiligten Gruppen gestern die Dorferneuerung in Armsfeld vor dem sanierten alten Spritzenhaus. Weitere Projekte finden sich in den kleinen Bildern (von links): saniertes Privathaus, Aufgang zur Kirche, Geschichtspfad.Fotos: Schuldt

Bad Wildungen-Armsfeld - Neun Jahre dauerte sie. Anstrengend war´s. Die Ergebnisse können sich sehen lassen und haben Armsfeld voran gebracht. „Wir sind froh, dass die Dorferneuerung nun beendet ist“, gab Ortsvorsteher Heinrich Heintzemann gestern beim offiziellen Abschlusstermin im DGH unumwunden zu.

Im Dorfgemeinschaftshaus (DGH), das zum Mehrgenerationenhaus (MGH) geworden ist und zentrales Projekt des Programms war, hat sich im Zuge der Dorferneuerung ein gut belegter Kindergarten eingerichtet. Nebenan unter dem Dach entstand der Jugendraum, und nachmittags treffen sich die älteren Generationen gern zu unterschiedlichen Anlässen in dem Gemeinschaftshaus.

Das soziale Umfeld belebt und aufgewertet

„Das soziale Umfeld im Dorf zu beleben und aufzuwerten war unser wesentliches Anliegen“, sagte Holger Pflücker, ein Mitglied des Arbeitskreises Dorferneuerung. Manch schwierige Diskussion galt es in den neun Jahren zu führen: untereinander, mit dem Kreis, mit der Stadt. Soll der Jugendraum ins Feuerwehrhaus oder ins MGH? Bleibt der Schlauchturm des alten Spritzenhauses stehen oder nicht? Am Schluss sei wichtig, „dass wir uns alle weiter in die Augen schauen können“, fügte Pflücker hinzu.

Begleitet vom Kopfnicken aller Beteiligten zollte Bürgermeister Volker Zimmermann der Leistung des Ortsvorstehers und Arbeitskreis-Vorsitzenden Heinrich Heintzemann besonderen Respekt: „Mit ihrer Hartnäckigkeit und zugleich Sachlichkeit haben sie in diesen neun Jahren viel für Armsfeld bewegt.“

Wie zur Bestätigung wies Heintzemann trotz Feierstimmung zum Programmabschluss auf zwei Mängel am DGH hin: die bereits angegriffenen Fensterbänke und Feuchteschäden am Vorbau: „Das kann so nicht bleiben.“ Bauamtsleiter Klaus Weidner nahm die Hinweise auf.

300 Bewohner, viel Arbeit und viel Eigenleistung

Viel Ideen-Arbeit und Eigenleistung des 300 Bewohner zählenden Ortes steckten in den Projekten, betonte Heintzemann. Irmhild Weber, beim Landkreis zuständig für die Dorferneuerungsprogramme, und Architektin Uschi Bankert vom Planungsbüro präsentierten Zahlen und ausgewählte Vorhaben. Nur ein einziges Projekt, das sich der Arbeitskreis seinerzeit vornahm, wurde nicht verwirklicht. „Das Bepflanzen der Ortseingänge mit Bäumen scheiterte an neuen Gesetzen, die verlangen, fünf Meter Abstand zur Straße einzuhalten“, erklärte der Ortsvorsteher. Die Bäume hätten zu weit abseits gestanden, um eine optische Wirkung erzielen zu können.

Neben dem MGH zählten ein neuer Treppenaufgang zur Kirche, die Sanierung des alten Spritzenhauses als Lager für Bänke, Bierzelt und Sitzgarnituren, Pflasterarbeiten an unterschiedlichen Stellen, die Teichanlage mit Feuerplatz oder, last but not least, der Schilderpfad zur Dorfgeschichte zu den öffentlichen Projekten. 13 sind es in Summe. Hinzu kommen 26 private Vorhaben, zum Beispiel die Sanierung von Fachwerk und ganzen Häusern.

Mehr als 1,23 Millionen Euro an förderfähigen Kosten stecken darin. Dafür gab es insgesamt knapp 597000 Euro Zuschüsse aus dem Dorferneuerungsprogramm.

Von Matthias Schuldt

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