Thema zur Diskussion auf die Juli-Sitzung der Stadtverordneten vertagt

Apart-Hotel als nächste Idee

Bad Wildungen - Weil es seit Langem nicht gelungen ist, einen Investor zu finden, der auf dem Areal des Kurhauses einen Neubau realisiert, soll jetzt ein Projektentwickler ran. Das grobe Konzept umriss Bürgermeister Volker Zimmermann in der Stadtverordnetenversammlung in der Wandelhalle.

Nicolas Scholz vom Unternehmen IP Immo Projekt aus Zug (Schweiz) - er hatte sich schon vergeblich um das Haus Oestreich bemüht - will mit der Stadt eine Entwicklungsvereinbarung abschließen. Dabei soll geprüft werden, ob in der Langemarckstraße eine Apart-Hotelanlage wirtschaftlich tragfähig geplant und gebaut werden kann. Die beiden Kurhaus-Säle sollen in die Überlegungen mit einbezogen werden.

Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass aus wirtschaftlichen Gründen die Integration in einen Hotelbau nicht möglich ist und ein Teilabriss - mit Ausnahme der Tiefgarage - notwendig werde. Als Verkaufspreis wird der Wert des Grundstücks mit 100 Euro pro Quadratmeter angegeben, abzüglich entstehender Abrisskosten.

Eine flammende Rede zum Erhalt des neuen Kurhauses, das vor knapp 30 Jahren für 24 Millionen Mark gebaut wurde, hielt Dr. Hans Schultheis (FWG): „Man muss es als Teil unserer Bädergeschichte erkennen, um zu begreifen, dass ein Abriss auf gar keinen Fall eintreten darf.“ Für den Zusatz „Bad“ leiste Wildungen nämlich nicht mehr viel. „Die Quellen unserer Stadt werden nicht mehr beworben, eine Kurverwaltung oder eine Einrichtung für die physikalische Therapie gibt es nicht mehr.“ Schultheis: „Das Kurorchester und der Kurpark sind Reste einer früher großartigen Struktur.“

Die Wandelhalle ersetze kein Kurhaus. „Die Bühne hat einen Anspruch wie ein Zimmertheater.“ Der FWG-Sprecher schlug vor, Wandelhalle und Kurhaus als Einheit zu gestalten, „zumal ein Weg über 300 Meter die beiden Häuser verbindet“. Er könnte als Therapie- oder Trainingsweg gestaltet werden.

In der kurzen Diskussion über die geplante Entwicklungsvereinbarung zeigte sich erheblicher Beratungsbedarf. „Wie viele Projekte hat denn Herr Scholz schon entwickelt?“ wollte Renate Faber (CDU) wissen. Hellhörig durch die Diskussionen um die unsichere Rechtslage beim Verkauf des Hauses Oestreich (WLZ berichtete ausführlich) hakte Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Nawrotzki nach: „Wie steht es denn hier um die Rechtssicherheit? Möglicherweise ist ja auch ein höherer Preis zu erzielen...“ Jürgen Graul (parteilos) erkundigte sich nach der derzeitigen Situation beim Vergaberecht.

Zimmermann sagte zu, dies zu prüfen und stellte kurzfristig Informationen in Aussicht.

Über den FWG-Antrag auf Erhalt des neuen Kurhauses mit Therapiegebäude als Eckpunkt im Rahmen der Vereinbarung wurde nicht mehr abgestimmt, denn Zimmermann zog die Beschlussvorlage zurück. Nach Klärung der offenen Fragen steht das Thema in der nächsten Parlamentssitzung erneut auf der Tagesordnung. Ebenfalls in der Juli-Sitzung ist mit Ergebnissen und konkreten Zahlen zum Weiterbetrieb der Tiefgarage am Kurhaus zu rechnen.

Von Conny Höhne

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