Stadtparlament reagiert auf Kritik zur Namensfindung in Hintergasse 28

Applaus für „Wellunger Mundartplatz“

An dieser Stelle in der Hinterstraße 28 stand das Riedersche Haus. Die Bezeichnung „Heinrich-Rieder-Platz“ stieß in der Altstadt auf Kritik. Das Stadtparlament akzeptierte dies und beschloss den neuen Namen „Wellunger Mundartplatz“.Foto: Rainer Rüsch

Bad Wildungen - Der „Heinrich-Rieder-Platz“ in der Hinterstraße 28 heißt künftig „Wellunger Mundartplatz“. Das Stadtparlament griff die Kritik von Altstadtbewohnern in der jüngsten Sitzung auf und beschloss die Namensänderung.

„Getauft“ wurde der Heinrich-Rieder-Platz im August 2011 vom Stadtparlament zur Würdigung eines Wildungers, der sich sehr um den Erhalt der Mundart engagierte. Mit dieser Bezeichnung waren die Altstädter jedoch alles andere als zufrieden.

„Es hat offenbar große Missverständnisse gegeben“, urteilte CDU-Fraktionsvorsitzender Oliver Syring. „Viele Argumente sind gar nicht so richtig bekannt gewesen“, räumte er ein und brachte die Namensänderung per Antrag der CDU in der Stadtverordnetenversammlung ein.

Warum die Altstädter sich mit dem Namen nicht anfreunden konnten, das begründete Altstadtkoordinator Sascha Gläser. Parlamentsvorsteher Wolfgang Nawrotzki räumte dem Sprecher der Altstädter das Rederecht in der Sitzung ein. Rieder, der als „Henner ux d’r Hingergasse“ liebenswerte Mundart-Geschichten in der WLZ veröffentlichte, „war die Bewahrung der Mundart und der Stadtgeschichte wichtiger als persönliche Ehrungen“, betonte Gläser. Als „Heinrich Rieder“ war er obendrein nahezu unbekannt. „Bei den Nachbarn wurde er Henner genannt, in der Familie Karl-Heinz, die Post kam an Karl Rieder und laut Einwohnermeldeamt hieß er Karl-Heinrich-Wilhelm Rieder.“

Weiteres Argument: Alle weiteren Plätze der Altstadt haben Funktions- oder Ereignisnamen, wie Kaiserlindenplatz, Lindentor, Post-, Marktplatz, aber keinen Personenbezug. Ein „Wellunger Mundartplatz“ übe zudem einen stärkeren Reiz auf Gäste aus als ein Rieder-Platz.

Klaus Stützle (Grüne) wunderte sich über die Missverständnisse bei der Namensgebung. „Ein Kompromiss heißt für mich nur: Heinrich-Rieder-Mundart-Platz, ansonsten haben wir einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, und an den sollten wir uns halten.“

Dr. Hans Schultheis (FWG) begrüßte den Antrag der CDU. Den Wunsch der Altstadtbewohner gelte es zu berücksichtigen. „Es ist auch im Sinne des Herrn Rieder, wenn wir den „Wellunger Mundartplatz“ schaffen.“

Die Umbenennung in „Wellunger Mundartplatz“, getragen von einer großen Parlamentsmehrheit, wurde von spontanem Applaus im Saal begleitet. (höh)

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