Integrierte Gesamtschule Edertal stellt beim „Bundesjugendschreiben“ 2014 ein Bundessieger-Trio

Aquarium und Gräten auf der Tastatur

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Edertal - Bundesjugendspiele kennt jeder. Aber schon mal was von „Bundesjugendschreiben“ gehört? Übrigens für Computer, Kurzschrift und Medien. Gibt´s tatsächlich, und die Jugendlichen der Integrierten Gesamtschule Edertal (IGE) stellen im Wettbewerb 2014 gleich drei Bundessieger.

Damit ist die IGE, die zum zweiten Mal mitmachte, nach Angaben von Lehrerin Heidrun Lötzer die erfolgreichste Schule bundesweit. Auf Hessen-Ebene belegten ihre Teilnehmer sogar alle ersten Plätze.

In sieben Altersgruppen und drei Kategorien traten die Edertaler gegen 200 Schulen und 40 Vereine aus dem Bundesgebiet an.

Einmal ging es um möglichst schnelles und fehlerfreies Tippen im Zehn-Finger-System, 10 Minuten lang.

Die zweite Kategorie verlangte das möglichst schnelle und gründliche Beheben von markierten Fehlern in einem 16-seitigen Word-Dokument. Zeit: 20 Minuten.

Im dritten Durchgang, ebenfalls über 20 Minuten, mussten die Schüler zu Daten im Program Excel Berechnungen, Tabellen und ein farbiges Diagramm erstellen.

Aus der achten Jahrgangsstufe siegten Johanna Schäfer und Jan-Christoph Kramer bei „Word“; Johanna Schreiber beherrschte „Excel“ am besten. Während bei „Excel“ knapp 450 Teilnehmer an den Start gingen, waren es bei „Word“ mehr als 1700.

Die Besten schaffen 450 Anschläge pro Minute

Knapp 10500 Schüler rangen gar um den Titel im Tast-Schnellschreiben (Zehn-Finger-System). „Da gibt es richtige Vereine, in denen Jugendliche das wie einen Sport betreiben“, berichtet Heidrun Lötzer. Gegen solche Spezialisten mit mehr als 4500 Anschlägen pro zehn Minuten hatten die Edertaler Schüler zwar keine Chance, doch Mario Gemmeke (Jahrgangsstufe 9) wurde guter 33ter von 2500 Teilnehmern und Johanna Schäfer belegte bei 1000 Teilnehmern in ihrer Altersklasse den beachtlichen 16. Platz.

Gelernt haben sie das Tastschreiben bei Heidrun Lötzer nach einem relativ neuen Verfahren, „mit dem eigentlich jeder binnen drei Tagen das Zehn-Finger-System verinnerlicht hat.“

Jedem Buchstaben auf der Tastatur wird ein Bild zugeordnet. Die Bilder werden über eine Geschichte miteinander verknüpft. „Die linke Hand geht ins Restaurant“, erklärt die Lehrerin, „die rechte Hand auf Reisen.“ Das „R“ steht für Restaurant, in dem ein „A“quarium als Blickfang steht. Vom servierten „F“isch bleiben am Ende nur „G“räten übrig...

„Das funktioniert wie eine Gehirnwäsche“

„Das funktioniert wie eine Gehirnwäsche. Wenn die Schüler die Geschichte kennen gelernt haben, lasse ich sie im abgedunkelten Raum eine CD hören, die den Text wiederholt, begleitet von Kaufhausmusik“, erzählt Heidrun Lötzer. Wie bei einer Meditationsübung liegen die Schüler währenddessen entspannt rücklings auf dem Boden. So manche Sekretärin, die sich vor Jahrzehnten in die Welt der Schreibmaschine mühsam von der „Grundreihe“ aus vortasten musste, dürfte die Mädchen und Jungen um die neue Vorgehensweise beneiden.

Oliver Barck, dessen gesamte neunte Klasse am Wettbewerb teilnahm, Rainer Lemnitz für die Schulleitung und Heidrun Lötzer überreichten den mehr als 30 IGE-Schülerinnen und -Schülern ihre Teilnahme-Urkunden. Die drei Bundesbesten aus Edertal fahren am 28./29. Juni zur zentralen Siegerehrung nach Köln.

Von Matthias Schuldt

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