Klangreise im Kirchenkreis der Eder beginnt in der Waldecker Stadtkirche

Aufbruch zur musikalischen Reise

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Die Bad Wildunger Kantorei unter Leitung von Ulrike Tetzer und der Posaunenchor aus Reinhardshausen waren beim Auftakt der Klangreise im Kirchenkreis Eder in der Waldecker Stadtkirche zu hören. Die Orgel spielte Yen-Lin Shih-Ochs. Fotos: Andrea Pauly

Waldeck - Musiktourismus im besten Sinne soll die Klang-reise im Kirchenkreis der Eder sein: Nicht nur die Gäste sollen von Kirche zu Kirche mitwandern, sondern auch die Ensembles musizieren an Orten, an denen sie sonst nicht regelmäßig zu hören sind.

Der Auftakt fand am Sonntag in der evangelischen Kirche zu Waldeck statt. Gemeinsam gestalteten der Posaunenchor aus Reinhardshausen, die evangelische Kantorei aus Bad Wildungen unter der Leitung von Bezirkskantorin Ulrike Tetzer und Yen-Lin Shih-Ochs an der Orgel die musikalische Vesper.

Drei Aspekte stehen bei der Klangreise durch den Kirchenkreis im Fokus: Musik machen, sich auf die Reise machen, und sich begegnen.

Mit dem „Menuet gothique“ (Boëllmann) stimmte Yen-Lin Shih-Ochs an der Orgel die Gäste ein, die direkt danach selbst zum Singen aufgerufen waren. „Gottes Wort ist wie ein Licht in der Nacht“ sangen sie begleitet vom Posaunenchor und unter Leitung von Elke Jenge als Kanon und sorgten für ein beeindruckendes Klangbild.

Abwechslungsreich gingen die musikalischen Beiträge in der evangelischen Kirche weiter: So sang die Kantorei mal allein, etwa „Lob Gott getrost mit Singen“ oder „Alta Trinitata“. Aber auch die Organistin und der Posaunenchor waren jeweils einzeln zu hören. Bei „Einen anderen Grund kann niemand legen“ musizierten beide Ensembles und Yen-Lin Shih-Ochs gemeinsam.

Auch bei der Auswahl der Musikstücke ging es um Vielfalt: Vom 16. Jahrhundert bis zur heutigen Zeit reichte die Bandbreite; feierliche, getragene Gesänge wechselten sich mit schwungvollen Melodien ab. Auch moderne Stücke wie „Gabriellas Song“ erklangen in der Stadtkirche.

Die Predigt hielt Pfarrer Til Anders Follmann, der das Gleichnis vom Sämann thematisierte. Er betonte, dass es Aufgabe der Kirche sei, das Evangelium so weit zu streuen wie nur möglich - in der Hoffnung, es falle auf fruchtbaren Boden. „Verschwendung ist die einzig sachgemäße Methode, wenn es um das Evangelium geht“, sagte Follmann.

Für den Abschluss hatten die Organisatoren ein Stück eines jungen Komponisten ausgewählt: Bei „Heaven is a wonderful place“ von Philip Schütz (geboren 1984) animierte Elke Jenge die Besucher der Klangreise zum Mitklatschen - was sie bis zum Ende auch taten und dann zu anhaltendem Applaus übergingen.

Die Klangreise wird wie folgt vorgesetzt: am 8. März in Röddenau, am 10. Mai in Ellershausen, am 14. Juni in Sachsenhausen, am 12. Juli in Bottendorf, am 13. September in Braunau, am 11. Oktober in Altwildungen und am 8. November mit der Aufführung einer Bach-Kantate in Frankenau. Beginn ist immer um 16 Uhr.

Von Andrea Pauly

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