Freiwilliges Ökologisches Jahr im Wildtierpark

Augen auf bei Familie Waschbär

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Schüler der Bad Wildunger Ense-Schule nutzten die Gelegenheit im Wildtierpark, den von Hand aufgezogenen Waschbären aus der Nähe zu betrachten, den Alina Novak mit Leckerbissen fütterte.Fotos: Höhne

Edertal-Hemfurth-Edersee - Huch, wer bist du denn? Waschbär Bärli nahm am Kletterbaum im Wildtierpark die Witterung eines in Holz geschnitzten Artgenossen auf. Der Kletterer am Stamm soll die Blicke der Besucher auf die Baumwipfel lenken, wo die nachtaktiven Parkbewohner gern in der Mittagshitze dösen.

Die 19-jährige Alina Novak hat das Projekt mithilfe des Rangers und Motorsägenkünstlers Sven Polchow im Rahmen ihres Freiwilligen Ökologischen Jahres realisiert, das in Kürze zu Ende geht.

„Tiere sind meine große Leidenschaft“, schwärmt die Korbacherin. Nach ihrem Abitur an der Alten Landesschule startete sie im September im Wildtierpark Edersee und hat es nicht bereut. „Mein Wissen über artgerechte Tierhaltung habe ich vertieft und täglich anwenden können“, beschreibt sie ihre positiven Erfahrungen.

Fütterung und Pflege, Säubern, aber vor allem die Akzeptanz der angeborenen Verhaltensweisen der Wildpark-Bewohner prägten ihren Tagesablauf. Die 19-Jährige erhielt einen Einblick in den ganz normalen Berufsalltag.

Besonders hat sich die Korbacherin um die Tarpanfohlen gekümmert. Die neu geborenen Stuten und Hengste wurden an Halfter und Hufpflege gewöhnt und geputzt. Außerdem hat die FÖJ-Mitarbeiterin ein Waschbären-Baby mit der Hand aufgezogen und sich intensiv mit den Verhaltensweisen der Räuber beschäftigt. „Sie halten sich auf den Bäumen auf und nicht am Boden“, schmunzelt Alina. Dort suchen nämlich viele Besucher vom Zaun des Geheges aus immer wieder nach den Tieren mit der auffallenden Maske. Zum Abschluss ihres Jahres im Wildpark bereicherte die 19-Jährige das Gehege um einen hölzernen Waschbären, geschnitzt in einem Eichenstamm. Ein roter Pfeil daran soll Park-Besuchern die Richtung weisen zu den Wipfeln der Kletterbäume, in denen die echten Artgenossen schlummern.

Neben der Betreuung der Tiere war die Korbacherin auch im Kassendienst, mit waldpädagogischen Führungen und vielen weiteren Aufgaben betraut. „Mein Blickwinkel hat sich durch die Zeit im Nationalpark erweitert“, sagt Novak rückblickend. Die Korbacherin hat während ihres Freiwilligen Ökologischen Jahres ihre Richtung gefunden, will in Kürze Umweltschutz an der Universität in Wingen studieren.

„Das FÖJ im Wildtierpark kann ich sehr empfehlen“, schwärmt die 19-Jährige. Das Aufgabenfeld sei breit gefächert. Besonders schätzte sie den Umgang im Team: „Ich wurde von Anfang an als vollwertiges Mitglied aufgenommen - das war einfach ein tolles Jahr.“

Das FÖJ findet vom 1. September bis zum 31. August statt und wird auch dieses Jahr wieder mit vier Stellen im Nationalpark angeboten. Ausführliche Informationen gibt es im Internet unter www.nationalpark-kellerwald-edersee.de oder www.foej-nzh.de

Von Conny Höhne

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