15 Leute kreieren unter der Regie der Jugendbotschafterin Gesamtkunstwerk

Augen auf – Kunstprojekt mit Tiefgang

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Petra Schuster, Nicole Stein, Alexandra Sivokonev, Vinsana Kamaleswaran, Hanna Brauer, Luca Schuster, Frida Zakova, Frederika Rib, Madeleine Rohleder, Betül Güngör, Katharina Rutow (von links) mit ihrem Kunstwerk im Atelier Schuster. Es fehlen Mayamba Gom

Bad Wildungen - Was hat Entwicklungshilfe mit Kunst zu tun? Eine spritzige Mischung aus Fragen zur Politik und viel Kreativität war bei einem außergewöhnlichen Kunstprojekt gefragt, das die aus Bad Wildungen stammende Jugendbotschafterin Nicole Stein in Szene setzte.

Die BWL-Studentin ist Jugendbotschafterin der Nichtregierungsorganisation „one“ (siehe Hintergrund). Neben „Pflichtterminen“ auf (sozial)politischer Ebene erarbeitete sie in ihrer einjährigen Amtszeit auch ein eigenes Projekt mit kreativem Schwerpunkt. „Kunst ist ein gutes Medium, um Gedanken auszudrücken“, sagt die 21-Jährige, die im Jahr 2011 ihr Abitur am Gustav-Stresemann-Gymnasium baute.

Nach einem Aufruf in sozialen Medien ließen sich spontan 15 junge Leute von der Projekt-idee fesseln. Im Atelier von Petra Schuster erarbeiteten die 16- bis 18-Jährigen ein Kunstwerk mit sozialpolitischem Tiefgang.

„Eyes wide open- wir schauen nicht weg“

Vor dem ersten Farbtupfer informierte Nicole Stein über Entwicklungsarbeit, speziell in Afrika, zeigte Erfolge und Nachholbedarf auf. „Mehr als vier Millionen Menschen haben inzwischen Zugang zu Aids-Medikamenten, und die Zahl der Malaria-Toten konnte in nicht mal zwei Jahren halbiert werden.“ 46 Millionen afrikanische Kinder mehr als noch vor zwei Jahren besuchten nach Angaben der Jugendbotschafterin regelmäßig die Schule. Das Verantwortungsbewusstsein gegenüber der „Dritten Welt“ war zentrales Thema.

Mit so vielen Informationen im Kopf machten sich die jungen Künstler an einer zwei mal zwei Meter großen Leinwand ans Werk. Unter dem Leitthema „Eyes wide open - wir schauen nicht weg“ fügte sich Pinselstrich um Pinselstrich zu einem eindrucksvollen Gesamtkunstwerk.

Die jungen Künstler hatten viel Spaß an dem Projekt. Nicht minder begeistert war das Projektteam um Jugendbotschafterin Nicole Stein. Die Bad Wildunger Studentin Elisabeth Richter assistierte, und mit professionellen Fotos unterstützte Wio Ruhl das Projekt. Das Material stellte „think big“ zur Verfügung - ein gemeinsames Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der Telefonica Germany. Und am Ende waren alle Beteiligten mächtig stolz auf ihr Ergebnis. Das Gemeinschaftskunstwerk soll demnächst eine Reise nach Berlin antreten. Geplant ist es, in der Bundeshauptstadt Unterschriften von Prominenten auf der Leinwand zu sammeln.

Zu guter Letzt soll das Wildunger Kunstwerk für einen guten Zweck versteigert werden, kündigt Jugendbotschafterin Nicole Stein an. Nach dem gelungenen Einstand denkt sie über eine Neuauflage eines Kunstprojekts in ihrer Heimatstadt nach. „In Bad Wildungen gibt es bei Jugendlichen ein so großes Interesse an Kunst und Kultur - das kann gar nicht gesättigt werden.“

Hintergrund

Erfolge im Kampf gegen extreme Armut und vermeidbare Krankheiten bekannter machen, interessante Menschen aus Politik, Medien und Unterhaltung treffen und von ihnen lernen – das können Jugendbotschafter der Nichtregierungsorganisation „one“. Living Proof ist eine weltweite Kampagne von „one“ und der Bill & Melinda Gates Stiftung, um die Erfolge von Entwicklungszusammenarbeit aufzuzeigen.

Obwohl es wichtige Fortschritte im Kampf gegen extreme Armut gebe, erfahren die meisten Menschen immer nur Schreckensmeldungen aus Afrika, heißt es. Damit kein verzerrtes Bild entstehe, ist es das Ziel, Fortschritte und Erfolge aufzuzeigen. Damit sollen nicht zuletzt politische Entscheider ermutigt werden, sich auch in Zukunft für Entwicklung einzusetzen. Bis zu 20 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 35 Jahren werden jedes Jahr Jugendbotschafter. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, die Öffentlichkeit in ihrer Stadt oder Region zu informieren, Treffen mit politischen Entscheidungsträgern und Multiplikatoren zu organisieren sowie Beiträge zu verfassen.(höh)

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