Parlament beschließt Verkauf der Geschäftsanteile an Berufsakademie Nordhessen

Ein Ausstieg ohne Kommentar

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Die Stadt Bad Wildungen verkauft die Geschäftsanteile an der Berufsakademie an eine Heidelberger Unternehmensgruppe, die die BA zum 1. Oktober übernehmen will.

Bad Wildungen - Bad Wildungen zog einen Schlussstrich unter das Kapitel Berufsakademie. Ohne einen einzigen Kommentar beschloss das Stadtparlament den Verkauf der Geschäftsanteile zu einem beinahe symbolischen Preis, um einen weiteren kostenträchtigen Defizit-Ausgleich zu vermeiden.

2010 startete die Technische Hochschule Mittelhessen mit den Studiengängen Wirtschaftsinformatik in Bad Wildungen, Logistik in Bad Hersfeld und Systems Engineering in Frankenberg. In der BA Nordhessen werden diese Studiengänge seither nicht mehr angeboten, das Bildungsinstitut ist ein Auslaufmodell.

Aufgrund der hohen Defizite, die die anderen noch in der BA verbliebenen Studiengänge weiter verursacht haben, wurden laut Zimmermann keine Studenten und Schüler mehr in die laufenden Ausbildungsgänge aufgenommen. Die begonnenen Studiengänge werden noch zu Ende geführt, Schluss ist im Bad Wildunger Domizil in der Eichlerstraße endgültig am 31. Oktober 2015 mit dem Studiengang Physiotherapie.

Die Heidelberger Unternehmensgruppe F&U Hessen(Fortbildung und Unterricht) als Mitgesellschafter der BA hatte bereits 2011 Interesse am Erwerb der Berufsakademie bekundet. In mehreren Gesprächen wurden die Details erörtert. Zimmermann: „Neben der ordnungsgemäßen Abwicklung der laufenden Studiengänge war eine weitere Option, die Geschäftsanteile der BA zu veräußern.“ An der BA Nordhessen sind als Gesellschafter beteiligt:

Bad Wildungen (25,2 Prozent Geschäftsanteile/75600 Euro Kapital), F & U Hessen (24,8 Prozent/74400 Euro), Stadt und Landkreis Hersfeld-Rotenburg und Stadt Frankenberg (jeweils 12,6 Prozent/37800 Euro), Trägerverein Studienakademie für Informatik (12,2 Prozent/36600 Euro).

„Wir streben einen Übergangsvertrag an“, signalisierte Zimmermann in der Stadtverordnetenversammlung. Der Erwerber stellte für den Kauf aller Geschäftsanteile einen Preis in Höhe von 30000 Euro in Aussicht. Diese Summe würde anteilsmäßig aufgeteilt auf alle Gesellschafter. Die bittere Pille schluckten die Stadtverordneten, segneten ohne weiteren Kommentar den Verkauf der Anteile ab. Nicht zuletzt, um einen weiteren Aderlass aus der Stadtkasse zu vermeiden.

Laut Zimmermann wurden 300000 Euro allein in 2012 für Defizitausgleich eingeplant, in den beiden Jahren davor insgesamt 550000 Euro. Und von 2012 bis 2015 müsste die Stadt nochmals rund 300000 Euro in die Berufsakademie buttern, wenn sie sich nicht von den Anteilen trenne. „Das möchte ich dieser Stadt ersparen“, sagte der Bürgermeister. Er wurde beauftragt, die Verhandlungen fortzuführen, damit ein Übergang der BA zum 1. Oktober stattfinden kann.

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