Mehrpreis nicht mehr zeitgemäß: Gemeinde Edertal will attraktiver werden für bauwillige Neubürger

Auswärtigenzuschlag auf der Kippe

Die Abschaffung des Auswärtigenzuschlags für Gemeindebauplätze wurde in den Bauausschuss überwiesen. Im Gemeindeparlament zeichnete sich bereits eine Mehrheit für eine neue Bauplatzpolitik aus.

Edertal - Edertal will als Wohnortgemeinde für Auswärtige attraktiver werden. In der jüngsten Sitzung des Gemeindeparlaments gab es eindeutige Signale für eine Abschaffung des „Auswärtigenzuschlags“ für Gemeindebauplätze.

Beschlossen wurde der Mehrpreis einst vor dem Nachfrage-Druck einheimischer Bauwilliger. Um eine schnelle Vermarktung der Bauplätze zu verhindern und ausreichend Reserven für Edertaler bereitzuhalten, wurde der Zuschlag einst erhoben.

Nach derzeit noch geltenden Richtlinien haben Interessenten, „die nicht durch Kindheit zur Gemeinde Edertal gehören und nicht länger als 15 Jahre auswärts wohnen, sowie Personen, die noch keine drei Jahre in der Gemeinde wohnen oder ein Baugrundstück erworben haben, zusätzlich 50 Prozent des regulären Grundstückskaufpreises zu entrichten“.

Die FWG hält dies für nicht mehr zeitgemäß und beantragte die Abschaffung des Auswärtigenzuschlags. Karl-Heinz Schreiber: „Die Gemeinde Edertal ist die einzige Kommune im Landkreis, die diesen Zuschlag verlangt.“ Mit Blick auf den demographischen Wandel sei es höchste Zeit, die Gemeinde für Neubürger attraktiver zu gestalten. „Sicher wird das keinen Bauboom auslösen, aber vielleicht dazu führen, dass die eine oder andere Baulücke geschlossen wird.“ Die Freien Wähler stießen mit ihrem Antrag auf offene Ohren im Parlament.

Vor dem Hintergrund der prognostizierenden Bevölkerungsentwicklung „können wir froh sein, Zuzüge in unsere Gemeinde zu bekommen“, meinte FDP-Sprecherin Annegret Schultze-Überhorst. „Deswegen gehört der Zuschlag abgeschafft.“ Grundsätzlich stimmte dem auch die CDU zu. Laut Sprecher Harald Wieck müssten jedoch die Preise auf den Prüfstand. „Es kann nicht sein, dass die Gemeinde nachher drauf- legt.“ Für eine kostendeckende Kalkulation warb auch Karl-Heinrich Neuschäfer (SPD) und beantragte die Überweisung an den Bauausschuss. Das wurde in der Sitzung unter der Leitung von Parlamentsvorsteher Joachim Schmolt bei 27 Ja-Stimmen und einer Enthaltung beschlossen.

Kommentare