Bauabschnitte Itzelstraße: Ordnungsamt und Firma vereinbaren anderes Vorgehen

Bald Begegnungsverkehr statt Ampel

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Die Ampeln haben in den nächsten Tagen ausgedient. Danach geht es im Begegnungsverkehr an der Itzelbaustelle weiter.

Bad Wildungen - Die Tage der ungeliebten Ampeln in der Itzelstraße sind gezählt, obwohl die Bauarbeiten bis in den Juli hinein andauern.

Das gab Ordnungsamtsleiter Martin Segeler gestern auf WLZ-FZ-Nachfrage bekannt. „In den nächsten Tagen wird die Feindecke aufgebracht und dann verschwinden die Ampeln. Von da an arbeitet die beauftragte Firma in kleineren Bauabschnitten weiter, sodass wir keine Ampelregelung mehr brauchen“, erklärt Segeler.

80 Kunden täglich weniger

Das Ordnungsamt hat sich mit dem Unternehmen gestern auf die veränderte Vorgehensweise geeinigt, weil Anliegerbetriebe der Itzelstraße nicht zuletzt wegen der Ampel Umsatzeinbrüche hinnehmen müssen. Besonders trifft das den Imbiss Bosporos und die Fleischerei Leisgen, die Hans Grebe vor drei Jahren übernommen hat. Bei beiden Betrieben ist das Mittagsgeschäft zu einem sehr großen Teil weggebrochen. Die Kunden haben in der Pause nicht alle Zeit der Welt und scheuen das Warten an der Rot zeigenden Ampel. „Ich habe beobachtet, dass Leute bei Rot den Rückwärtsgang eingelegt und gewendet haben“, berichtet Grebe. Sicher schränke allein die Baustelle das Geschäft schon ein, doch die Ampel stellt aus einer Sicht das größte Problem dar. Einen Rückgang um 80 Kunden müsse sein Betrieb alltäglich verkraften und damit auf Einnahmen von bis zu 360 Euro pro Tag verzichten. Beim benachbarten Imbiss sieht es nicht besser aus, schildert dessen Geschäftsführer.

Rückgänge verbucht auch die Waschstraße an der Itzel, erklärt Betreiberin Beate Barthel: „Allerdings liegt das eher an der Baustelle allgemein als allein an der Ampel. Allerdings verstehe ich nicht, weshalb sie nicht wenigstens nach Feierabend und an den Wochenenden abgeschaltet wurde.“ Die Straße ist ihrer Einschätzung nach breit genug, um Begegnungsverkehr zu ermöglichen. Wenn ein Lkw oder Bus entgegenkomme, müsse man eben warten, wie an anderen Engpässen auf anderen Wildunger Straßen. An der schmalsten Stelle verbleiben auf der Itzel aktuell rund 4,60 Meter Breite, an den übrigen Punkten der Baustelle zumeist deutlich mehr als 5 Meter. Zum Vergleich: An der Schule Fuchsrain misst die verkehrsberuhigte Bubenhäuser Straße gerade 3,80 Meter. Auch dort fahren regelmäßig Busse.

Die Verantwortlichen im Baustoffmarkt Noll an der Itzel halten die Ampel ebenfalls für verzichtbar, wenngleich die Einbußen durch die Baustelle sich bei ihrem Unternehmen auf die Laufkundschaft beschränken, sagt Martin Wenzel: „Die Unternehmenskunden kommen trotz Baustelle.“ Sehr zufrieden ist Wenzel mit der aus seiner Sicht rücksichtsvollen Vorgehensweise der Baufirma: „Sie hat zum Beispiel darauf geachtet, dass eine unsere Einfahrten immer frei blieb.“

Schlusstermin verschiebt sich

In den nächsten Wochen laufen die Arbeiten an den Wasserrohren an der Itzel in Richtung Wäschebachkreisel weiter. Weil man auf die Ampeln fortan verzichtet, „kann der angepeilte Schlusstermin zum Viehmarkt allerdings nicht gehalten werden“, erklärt Martin Segeler. Das Ende verschiebe sich weiter hinein in den Juli. Auf diese Weise würden aber die Einbußen der Anliegerbetriebe auf das mögliche Minimum gedrosselt, hofft der Ordnungsamtschef.

Die Anlieger sehnen sich danach, im Anschluss endlich wieder ungehindert ihren Geschäften nachgehen zu können, die auf den gewohnten Betrieb in der Itzelstraße angewiesen sind.

Drei Jahre, vier Baustellen

Viel haben sie in den vergangenen drei Jahren ausgehalten: den Bau des Wäschebachkreisels, die Erneuerung der Fahrbahndecke, das Verlegen von Datenleitungen und nun die Arbeit der Wildunger BKW an den Wasserrohren. Eigentlich hätte man das alles in einem Aufwasch erledigen können und müssen, meinen die Anlieger. Das getrennte Abwickeln der sicher notwendigen Arbeiten koste viele Menschen Zeit und die Anliegerunternehmen wie den Steuerzahler eine Stange Geld zusätzlich. (su)

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