Neufassung des Rotkäppchen-Märchens mit Überraschungen begeistert am GSG

Banane statt Oma auf Wolf-Speiseplan?

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So hat die Welt das Grimm´sche Rotkäppchen noch nicht gesehen. Die Hauptfigur wurde zum doppelten Lottchen und wehren können sich die „Rotpüppchen“ auch.Foto: Schaumburg

Bad Wildungen - . „Rotkäppchen“ - so heißt eines der wohl bekanntesten Märchen der Brüder Grimm, das nicht nur für Kinder eine spannende Geschichte darstellt. Eine ganz eigene Interpretation überlegte sich die Theater-AG des Gustav-Stresemann-Gymnasiums unter Leitung von Ulrike Kucharczyk und Tomke Krohne.

Die Fünft- und Sechstklässler nannten ihr Stück, das sie nahezu in Eigenregie zusammenstellten, allerdings „Rotpüppchen“. Während in Grimms Urfassung nur ein Rotkäppchen und ein Wolf zentrale Rollen spielen, gab es in diesem Stück gleich zwei Rotkäppchen und drei Wölfe. Da fehlten nun nur noch eine Großmutter und ein Jäger.

Anfangs hörten die zahlreichen Eltern, Verwandte und auch Schulleiterin Dagmar Ipach den Beginn des originalen Märchens. Gleich darauf war allerdings Schluss mit der Grimm’schen Idylle, und die beiden Rotkäppchen stritten sich, wer denn heute den Korb mit Essen zur Großmutter bringen „muss“. Etwas genervt von dem lautstarken Dialog zwischen den beiden „Rotkäppchen“ und ihrer Mutter reagierte der Vater, der einfach nur in Ruhe Zeitung lesen wollte. Das selbstbewusstere Rotkäppchen entschloss sich dann doch, zur Oma zu gehen. Auf dem Weg sang sie den Rotkäppchen-RAP („Ich geh jetzt zu meiner Oma, hoff’, sie liegt noch nicht im Koma...“).

Inzwischen bekamen die drei Wölfe Hunger. Einer von ihnen schlug vor: „Wollt ihr ’ne Banane?“ Das war für die anderen allerdings „nicht artgerecht“, und da kein Wolf mit einem „Vegetarier“ im Rudel sein wollte, stellten sie ihm ein Ultimatum: „Wenn du heute nicht mindestens die Großmutter frisst, gehörst du nicht mehr zu uns.“ Schließlich einigte sich das Rudel auf einen Leitwolf, der das Rotkäppchen im Wald aufspürte, um den Weg zur Großmutter zu erfragen.

Rotkäppchen war sichtlich genervt von der Fragerei des Wolfes, als ihm zu dessen Freude ein Zettel mit der Adresse der Oma aus dem Korb fiel. Da der Wolf trotzdem keine Ruhe gab, pfiff Rotkäppchen seine Freunde-Bande herbei, die ihn mit „Wolf, gleich setzt’s was!“ in die Flucht schlug.

Wissend, wo die Großmutter wohnt, trat der Wolf in ihre Stube ein und wurde zum Mitmachen beim alltäglichen Gymnastikprogramm der Oma aufgefordert: „Wolf, du bist ja ganz verspannt...“ Die Stimmung in der Aula erreichte ihren Siedepunkt, als der Wolf gerade in die Großmutter hineinbeißen wollte. In diesem Moment stieß das Rotkäppchen in Begleitung ihrer Bande hinzu. Auch der Jäger hastete in die Szene: „Oh, ich bin zu spät und habe dafür meine Frisur ruiniert...“

Allen gelang es aber, den Wolf von seiner Tat abzuhalten, und dieser wurde schließlich zum „Versicherungsvertreter bei Überfällen von Wölfen auf Menschen“ erkoren.

Großzügigen Applaus und Begeisterung gab es nach diesem eindrucksvollen Stück nicht nur seitens des Publikums. Kucharczyk und Krohne lobten ihre Schützlinge als „heldenhafte Fünft- und Sechstklässler“. (sh)

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