Parlamentsmehrheit stoppt Kampagne zur Reparatur von Riesenrutsche und Eisbahn

Beide Helo-Bürgerbegehren abgelehnt

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Bad Wildungen - Das wird insbesondere junge Heloponte-Fans bitter enttäuschen: Eine Parlamentsmehrheit stoppte die Kampagne zur Reparatur von Riesenrutsche und Eisbahn.

Pro Bürgerbegehren stimmten am Montagabend in der Wandelhalle CDU und FWG, das reichte nicht (zweimal 11:17). Die „Koalition“ (SPD, Grüne, FDP) und einige Solo-Abgeordnete folgten damit dem ablehnenden Votum des Magistrats, das Bürgermeister Volker Zimmermann erläuterte:

„In den beiden Bürgerbegehren sind weder die Investitions- noch die Folgekosten dargestellt. Ebenso ist der Kostendeckungsvorschlag unzureichend.“

Die Kommunalaufsicht des Landkreises Waldeck-Frankenberg habe sich der Auffassung des Wildunger Magistrats angeschlossen.

Walter Mombrei (SPD) bat diean der Unterschriftenaktion beteiligte Bürgerschaft um Verständnis und begründete die harte Linie mit Blick auf die noch ausstehende Generalentscheidung über die Zukunft von Heloponte sowie den bedenklich hohen Schuldenstand der Badestadt. Gegenwärtig seien es 50 Millionen Euro mit weiterhin steigender Tendenz: „Wir sind nicht mehr in der Lage, so weiterzumachen wie bisher.“

Die Kontra-Position vertrat Helmut Simshäuser von der CDU, der auf die Gesamtzahl von über 1600 Unterschriften hinwies: „Wir müssen uns mit den Wünschen unserer Bürger befassen, auch wenn dies unbequem ist. Es wäre falsch, eine solche Aktion im Keim zu ersticken.“ Simshäuser fügte hinzu, die Initiatoren der Protestkampagne hätten fast alles richtig gemacht: „Von zehn Bedingungen für ein Bürgerbegehren sind neun erfüllt.“

Einer dieser Initiatoren, der frühere FWG-Abgeordnete und jetzt parteilose Stadtverordnete Klaus Micino, sagte: „Über 2000 Menschen haben uns unterstützt, haben mit uns diskutiert und mit uns für den Erhalt von Rutsche und Eisbahn gekämpft. Nicht die formalen Regeln sollten im Vordergrund stehen, sondern die Sache selbst.“ Im Hinblick auf die näher rückende Gesamtentscheidung Heloponte könne ein solches Bürgerbegehren ein wichtiger Wegweiser sein: „Und gleichzeitig fühlt sich der Bürger auf den Weg mitgenommen.“ (jm)

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