WLZ-FZ-Telefonsprechstunde mit Chefarzt Dr. Heiko Lienhard

Bewegung und Ballaststoffe für gesunden Darm

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Tumore am Darm – das war das Thema von Dr. Heiko Lienhard in der WLZ-FZ-Telefonsprechstunde.Foto: Höhne

Bad Wildungen - Heilungschancen bei Darmkrebs, Nebenwirkungen von Chemotherapie und ein künstlicher Darmausgang - das waren Themen einer Telefonsprechstunde mit Chefarzt Dr. Heiko Lienhard im Asklepios-Stadtkrankenhaus.

„Die Operation ist gelungen - was muss ich jetzt noch tun?“, suchte ein Patient den Rat des Chefarztes für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie. „Wenn der im Darm entfernte Polyp gutartig war, besteht kein weiterer Handlungsbedarf“, beruhigte Lienhard. „Dann genügt eine Kontrollspiegelung in drei bis fünf Jahren.“

Auf Normalgewicht achten

Ein anderer Betroffener berichtete zwei Jahre nach der Operation von einem Verdacht auf Metastase in der Leber und erkundigt sich nach dem Behandlungsschema. Wenn es Hinweise darauf gibt, dass es sich um eine Metastase des Darmtumors handelt, dann seien Größe und Lage entscheidend. „Eine vollständige operative Entfernung ist sinnvoll“, klärte der Chirurg auf. Sei dies wegen der Größe nicht möglich, komme eine Chemotherapie in Betracht. Oft verkleinere sich dabei der Tumor und könne im Verlauf der Behandlung dann entfernt werden.

Grundsätzlich sei eine Chemotherapie bei Darmkrebs meist erfolgreich und habe deutlich weniger Nebenwirkungen als dies beispielsweise bei Brustkrebs oder Leukämie der Fall ist. Chefarzt Dr. Lienhard: „Beim Darmkrebs gibt es viele Möglichkeiten, auch im fortgeschrittenen Stadium effizient und mit guten Ergebnissen zu behandeln.“

Sorgen um einen permanenten künstlichen Ausgang bei Enddarmkrebs zerstreute der Chefarzt. „Die Häufigkeit ist bei bösartigen Enddarmtumoren deutlich seltener geworden.“ Bei Tumoren, die mehr als sechs bis acht Zentimeter vom Schließmuskel liegen, sei dies nur in wenigen Fällen erforderlich. Vorübergehend könne jedoch ein künstlicher Ausgang bei allen Darmoperationen nötig werden, um die Heilung der Darmnaht zu schützen.

Was kann man vorbeugend tun für einen gesunden Darm? „Körperliche Aktivität, ballaststoffreiche Kost und Normalgewicht“ - das empfiehlt der Chefarzt zur Prophylaxe.

Kontrolle ab 50. Lebensjahr

Ab dem 50. Lebensjahr sollte der Stuhl auf Blut kontrolliert werden, ab dem 55. Lebensjahr sei eine komplette Darmspiegelung angeraten. Bei familiärer Vorbelastung möglicherweise schon vorher. Der Zeitpunkt richtet sich nach dem Lebensjahr, in dem das Familienmitglied an Darmkrebs erkrankte. War der betroffene Vater 51 Jahre alt, dann sollte sich der Sohn bereits mit 41 Jahren einer Darmspiegelung unterziehen.

Alarmsignale für einen kranken Darm sind Blut im Stuhl, Verstopfung oder ein Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall. Auch eine vom Hausarzt festgestellte Blutarmut kann ein Hinweis auf Darmkrebs sein. Sie zeigt sich in Abgeschlagenheit, Leistungsknick und unbeabsichtigtem Gewichtsverlust. In diesen Fällen empfiehlt sich umgehend eine Untersuchung beim Facharzt, rät der Mediziner.

Von Conny Höhne

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