Peterskopf-Gastronomie bereitet Verkehrsverein Hemfurth-Edersee Sorgen

Wer bietet wann hier wieder was zu beißen?

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Während der Saison 2014 blieb die Peterskopf-Gastronomie geschlossen, weil die Seilbahn wegen der Bauarbeiten am Speicherbecken komplett ausfiel. 2015 fährt sie voraussichtlich wieder, doch für die Bewirtung der Touristen liegt noch kein Plan vor.Foto: pr

Edertal-Hemfurth-Edersee - Der Verkehrsverein Hemfurth-Edersee sorgt sich um die verschlossene Gastronomie auf dem Peterskopf. Geht´s mit Beginn der Saison 2015 auf irgendeine Art und Weise weiter? Diese Frage hat der Verein in einer Mail an die Nationalparkverwaltung gerichtet. Wegen der Bauarbeiten am Peterskopf und dem dadurch bedingten Komplett-Ausfall der Seilbahn hatte die Hütte 2014 nicht geöffnet.

Nationalparkchef Manfred Bauer tröstet sich und den Verkehrsverein mit „intensiven Gesprächen, die mit der Gemeinde Edertal laufen.“ Bauer verweist auf die vertrackte Gemengelage am Speicherbecken in Sachen Gastronomie.

„Wir sind quasi Zwischenpächter, unbefristet und aus der Historie heraus“, beschreibt er die Rolle des Nationalparks und fügt hinzu: „Darum können wir auch an dieser Stelle nicht investieren, wie wir es bei der Bericher Hütte getan haben.“

Gemeinsam mit der Gemeinde Edertal versuche man vielmehr, einen privaten Investor aufzutreiben, was Bürgermeister Klaus Gier bestätigt: „Wir würden das unterstützen, etwa, indem wir Fördermöglichkeiten prüfen.“

Doch Investoren schielen auf verlässliche Rahmenbedingungen: zum Beispiel darauf, dass die Standseilbahn länger fährt als bis 2020 oder 2022. Sie bringt Tausende von Besuchern pro Saison auf den Peterskopf und damit den Löwenanteil möglicher Kunden für eine Gaststätte. Ohne Seilbahn oder einen angemessenen Ersatz ist Gastronomie an diesem Ort zum Scheitern verurteilt. Darin ist sich der von Nationalpark gekündigte Pächter Thomas Cornelius mit allen anderen Beteiligten einig. Die bestehende Holzhütte gehört ihm. Der Nationalpark als Verpächter (Zwischenpächter) des Grundstücks hat ihm für den Abriss eine Frist bis zum nächsten Februar gesetzt. In die aktuellen Gespräche zwischen Nationalpark und Gemeinde Edertal über eine Lösung für die Gastronomie ist er nach eigenen Angaben nicht einbezogen.

Der Edertaler Gemeindevorstand mit Bürgermeister Klaus Gier an der Spitze hat vom Parlament kürzlich den Auftrag erhalten, sich mit der Zukunft und dem Erhalt von E.ON-Info-Zentrum, Standseilbahn und Peterskopf-Gastronomie zu beschäftigen. Klaus Gier will deshalb demnächst Kontakt mit der Konzernzentrale aufnehmen, kündigt er auf Nachfrage an.

Selbst die kühnsten Optimisten dürften es alledings für unmöglich halten, dass rasch eine Paketlösung für das wichtige Tourimus-Dreigestirn am Peterskopf auf dem Tisch liegt. Bis zumindest die Seilbahnfrage geklärt ist, setzen Nationalpark und Gemeinde deshalb nach den Worten von Bauer und Gier auf eine Zwischenlösung. „Auch die ist schwerer zu finden als gedacht“, räumt Klaus Gier ein. Denn ein neuer Pächter müsste seinen Betrieb den aktuellen gesetzlichen Vorschriften anpassen. Ein Bestandsschutz gilt für ihn nicht, sprich: In der existierenden Hütte könnte niemand ohne größere Investitionen weitermachen, selbst wenn Cornelius sie an einen Nachfolger verkaufen würde. „Dort oben gibt es zum Beispiel weder Wasserversorgung noch -entsorgung“, erläutert Manfred Bauer.

Das Prinzip Hoffnung regiert mit Blick auf den Saisonstart 2015. Die Seilbahn soll ihren Betrieb im nächsten Jahr wieder aufnehmen, denn laut Plan sind die Bauarbeiten am Peterskopf-Becken zum Frühjahr beendet.

Von Matthias Schuldt

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