Bad Wildungen

Billige Milch bringt den Tod auf Raten

- Bad Wildungen (szl). Der Landwirt und Autor Romuald Schaber las am Dienstag auf Einladung des „Buchlands“ im Theater am Bunker (ThaBu) aus seinem Buch „Blutmilch“. Er erzählte – so auch der Untertitel des Buches – „wie die Bauern ums Überleben kämpfen“, nicht allein im übertragenen Sinn.

Weil der Referent verspätet eintraf, stellte Gastgeber Bernhard Schäfer zunächst den Landwirt Otto Schöneweis „als den Wilhelm Busch der deutschen Bauern“ vor. Der Braunauer war am Nachmittag mit einer lebensgroßen schwarz-rot-goldenen Kunststoffkuh auf Rollen von seinem Bauernhof bis zum ThaBu-Theater gelaufen. Schöneweis trug einige seiner Gedichte vor und erzählte, wie er als selbstständiger Landwirt für einen fairen Milchpreis kämpft.

Weil der Deutsche Bauernverband nicht aufseiten der Milchbauern, sondern aufseiten der Milchindustrie stehe, sei er Mitglied im Bundesverband Deutscher Milchviehhalter geworden, den Romuald Schaber 1998 gegründet hat. Der Verbandsgründer und -vorsitzende stellte sich seinen Zuhörern als Bauer aus dem Oberallgäu vor. Ihm gehört ein Grünlandbetrieb mit 40 Kühen und Nachzucht, der inzwischen von einem seiner Söhne geführt wird.

Im Allgäu wachse das Weidegras gut, weil es besonders viel regnet. „Das war immer so, mit dem Herrgott kommen wir seit Generationen gut aus, der ist nicht unser Problem. Das Problem für uns Milchbauern ist die Politik.“ Genau darum geht es in „Blutmilch“; ein Titel, so der Autor, der von manchen als krass empfunden werde, „aber ich will damit provozieren und wach rütteln. Der Milchpreis, den uns die Konzerne diktieren, ist der Preis, an dem die Bauern sterben““.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Donnerstag, 3. März.

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