Name ist geschützt: Organisationsteam aus Hemfurth/Edersee ruft zum Ideen-Wettstreit auf

Blaue Nacht nur noch in Nürnberg

Edertal - Hemfurth - Edersee - Das Sperrmauerfest mit Feuerwerk über dem Edersee und beleuchteter Edertalsperre ist alljährlich Besuchermagnet im Edertal. Kurz vor dem Event im Jubiläumsjahr legt die Stadt Nürnberg plötzlich „Veto“ ein gegen die „Blaue Nacht“ in Hemfurth. Der Name ist seit 2001 geschützt, teilt das Projektbüro mit.

Christel Paßmann, Projektleitung „Blaue Nacht“ in Nürnberg, erläutert in einer E-Mail an den Verkehrsverein Hemfurth-Edersee freundlich die Hintergründe: „Die Blaue Nacht“ haben wir seit 2001 markenrechtlich schützen lassen (müssen). Bis zum vorletzten Jahr bereiteten uns andere Veranstaltungen mit diesem Titel kein Problem. Doch dann hat ein großer Veranstalter versucht, unter dem Namen „Blaue Nacht“ zu agieren und uns überdies den Namen, die Marke und auch noch das Corporate Design streitig zu machen.“ Die bayerische Großstadt veranstalte seit 2000 Deutschlands größte lange Nacht der Kunst und Kultur unter dem Namen „Blaue Nacht“.

Die Projektleiterin gegenüber der WLZ: „Wir mussten viel Geld für die Verlängerung des Markenschutzes und außerdem auch noch für den Streit mit unseren Gegnern ausgeben.“ Diese hatten – als Argument für den Versuch der „feindlichen Übernahme“ – darauf verwiesen, dass Nürnberg nie gegen andere Veranstalter vorgegangen sei und damit den Schutz der Marke selber nicht gewahrt, sondern sogar aufgegeben hätte. „Jetzt sind wir leider gezwungen, etwas mehr für den Schutz der Marke Blaue Nacht zu tun“, bedauert Paßmann. Die Stadt habe jedoch kein Interesse an juristischen Auseinandersetzungen, lässt Paßmann wissen und bittet die Hemfurther darum, den Namen „Blaue Nacht“ künftig nicht mehr zu benutzen.

„Zum Glück wurden wir erst nach dem diesjährigen Fest vom Kulturreferenten der Stadt Nürnberg darüber in Kenntnis gesetzt“, reagierte Hemfurths Ortsvorsteher Jens Schulze auf die dringende Bitte, auf den Namen zu verzichten.

„Ich stehe in Kontakt mit den Verantwortlichen in Nürnberg, und ich bin froh, dass wir nach einigen Mails und einem Telefonat das Problem auf dem „kleinen Dienstweg“ ohne rechtliche Keule lösen können, gerade jetzt, wo Abmahnungen als Geldeinnahmequellen modern geworden sind.“ Die Stadt hätte auch Anwälte vorschicken können, denn von der Marke nichts zu wissen schütze nicht vor einer Markenrechtsverletzung.

Beim ersten Planungstreffen für das Fest 2014 mit Bürgermeister, Gemeindemitarbeitern, einigen Organisatoren und den örtlichen Vereinsvorsitzenden sei der Namenskonflikt bereits zur Sprache gekommen.

„Das ist zwar schade“, räumt Schulze ein, denn die Veranstaltung sei mittlerweile überregional bekannt und werde in Verbindung gebracht mit beleuchteter Sperrmauer, Badewannenrennen und Feuerwerk. „Aber das Jubiläumsjahr 2014 ist ein guter Aufhänger, um einen neuen Namen zu wählen,“ sieht Schulze auch eine Chance. Herausforderung sei es, den Namenswechsel schnell bei allen Besuchern einzuprägen.

Derzeit würde Rechtliches und Organisatorisches für die Festplanung geklärt. Im September soll das grobe Konzept vorgestellt werden. Schulze: „Dann hoffen wir auf aktive und kreative Mitarbeit aus dem Ort, das Konzept mit Leben zu füllen und auch auszubauen.“

Für ein Fest in dieser Größenordnung sei jahrelange Vorbereitung notwendig, aber die Hemfurther zehren von ihrer Erfahrung. Der Ortsvorsteher ist sich sicher, „dass wir uns fast vollkommen auf ein spannendes und abwechslungsreiches Programm konzentrieren können“.

Namensvorschläge für das Sperrmauerfest in Hemfurth/Edersee nimmt Ortsvorsteher Jens Schulze bis zum 22. August an, Kontakt: jschulze@gmx.net; Tel. 05623-9733225. Für den Ideengeber, dessen Vorschlag zum Tragen kommt, kündigt Christel Paßmann im WLZ-Gespräch spontan zwei Freikarten für die Blaue Nacht in Nürnberg am Samstag, 3. Mai 2014, an. (höh)

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