Ute Kühlewind erläutert die Haushaltszahlen des Stadtmarketings

Blumenkorso ohne Zäune und Kassen

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Eintritt frei soll es beim Blumenkorso 2014 heißen. Das Stadtmarketing unterbreitet diesen Vorschlag.Foto: Archiv

Bad Wildungen - Der Finanzausschuss hat die Sperre über 30 Prozent des Stadtmarketing-Haushalts aufgehoben. Im Zuge der Etatberatungen war sie im Januar verhängt und Geschäftsführerin Ute Kühlewind zum Rapport für die Jahresmitte bestellt worden.

Sie trug in der jüngsten Sitzung dem Ausschuss die Zahlen vor und überzeugte die Politiker, berichtet Ausschussvorsitzender Bernd Süring (SPD) auf WLZ/FZ-Anfrage.

Jährlich knapp 1,3 Millionen Euro Defizit schreibt das Stadtmarketing. „2012 waren es noch 100000 Euro mehr, aber wir haben es, wie angekündigt, 2013 geschafft, den Verlust um diesen Betrag zu senken“, fügt Ute Kühlewind hinzu. Auch 2014 gelinge das nach den bislang vorliegenden Zahlen.

„Und das, obwohl wir erstmals auf den Eintritt zum Blumenkorso verzichten“, kündigt die Geschäftsführerin an.

Aufwand und Ertrag der Absperrungen stünden in keinem Verhältnis zueinander. Kaum Gewinn blieb hängen, obwohl viele ehrenamtliche Kräfte eingesetzt wurden. Letzteren will das Stadtmarketing deshalb den Dienst an den Kassen und die Diskussionen mit Zahlungsunwilligen ersparen. Mit 50000 Euro Verlust ist der Blumenkorso 2014 eingeplant.

Insgesamt sei es schwieriger geworden, dieses Ereignis auszurichten, weil kaum noch alte Autos aufzutreiben seien, das nötige Styropor nicht mehr aus Spenden heimischer Industriebetriebe zur Verfügung stehe und die Preise für Dahlien im Vergleich zu früher deutlich höher lägen.

„Sich selbst tragen kann das Stadtmarketing nicht“, betont die Geschäftsführerin, obwohl das seinerzeit als Ziel ausgegeben worden war, als die Stadt die Staatsbad GmbH vom Land übernahm. In dieser Historie des Stadtmarketings liegt aus Sicht von Ute Kühlewind der Grund für das hohe Defizit. Das Stadtmarketing beschäftigt 15 Mitarbeiter. Ein großer Stab, „aber wir erledigen vieles, was nicht zum klassischen Aufgabenfeld eines Stadtmarketings gehört.“ Ute Kühlewind nennt das Abrechnen der Kurkarten, die Organisation der vielen Veranstaltungen oder die Tätigkeit für die AWWiN als Beispiel.

Bedingt durch Wechsel in den Ruhestand würde die Mannschaft in den nächsten fünf Jahren automatisch um ein Drittel, in den nächsten zehn Jahren sogar um zwei Drittel schrumpfen, blickt Ute Kühlewind voraus. Entsprechend könnte das Defizit sinken.

Die Stadtverordneten müssten aber entscheiden, ob das Stadtmarketing sich auf Kernkompetenzen konzentrieren oder weiterhin ein so üppiges Aufgabenfeld bestellen solle. Tätigkeiten wie die Kurkartenabrechnung könnten der Stadtverwaltung zufallen. Private Dienstleister könnten vermehrt die Veranstaltungen organisieren.

Von Matthias Schuldt

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