Brenntermin auf dem Talhof Biederbeck gut besucht

Brandzeichen und Chip für „Pferdepass“

+
Florian Solle (rechts) bei der Arbeit: Das Brennen der jungen Fohlen bereitet den Tieren keine Schmerzen.

Edertal-Wellen - Rund 20 Fohlen erschienen zum offiziellen Brenntermin mit großem Rahmenprogramm und Championat auf dem Talhof Biederbeck. Was dem Laien beim Zuschauen weh tut, macht den wenige Wochen alten Pferden nichts aus.

Das erläuterte Florian Solle, der den jungen Stuten und Hengsten das Brandzeichen mit einem heißen Eisen auf den hinteren Oberschenkel setzte. „Es ist die unempfindlichste Stelle des Tieres, wo es höchstens ein leichtes Zwicken verspürt“, erklärt er.

Mehr Unruhe verbreitete Solle bei den jungen Pferden mit der kleinen Spritze, die er seit einiger Zeit am Hals ansetzen muss - seit das Ausstatten der Tiere mit einem Computerchip zwecks Wiedererkennung zur Pflicht geworden ist. „Wir sind froh, dass das Brennen weiterhin erlaubt bleibt, denn 100 Jahre lang hat es völlig ausgereicht“, meint Solle. Nach wie vor hält er das Brandzeichen für die bessere Lösung, denn es verschwinde nicht und auch aus der Ferne sei das Pferd so eindeutig zu identifizieren, während man mit einem Chip-Lesegerät dicht an das Tier herankommen müsse. Ein Brandzeichen könne auch nicht im Körper wandern, was entgegen aller Behauptungen gelegentlich geschehe. Auch könnten beim Brandzeichen keine technischen Defekte auftreten, die es unleserlich machen.

Im Pferdepass werden nicht nur Daten wie eine Nummer eingetragen, sondern auch besondere körperliche Merkmale wie Zeichnungen auf der Blesse, den Nüstern oder an den Beinen festgehalten, die ein Leben lang bestehen bleiben. „Das Tier ist immer wiederzuerkennen“, erläutert Solle.

Er brannte und chippte nicht nur im Auftrag des hessischen Verbandes der Pony- und Pferdezüchter und des Bezirksverbandes des Hannoveraner-Verbandes, sondern richtete auch das offene Fohlenchampionat auf dem Talhof.

Rund 20 Tiere wurden präsentiert. Gesamtsieger (Reitpferd) mit der höchsten Note wurde das Hengstfohlen „Viscount“ von Rüdiger Kurzrock aus Naumburg-Heimarshausen, das auch schon beim Fritzlarer Pferdemarkt gewonnen hatte.

Klassensieger bei den Dressurbetonten wurden Hanna Grells Stutfohlen Filea Feline und das Hengstfohlen Lahnstein von Heinrich und Sonja Biederbeck.

Das Siegerfohlen bei den Reitponys stellt Katja Walter aus Bad Wildungen in „Toffifee“. Das schönste Kaltblutfohlen, ein süddeutsches, präsentierte Familie Biederbeck: Sonnenkönig.

Bei den Haflingern ging der Siegerpreis an Sonja Biederbeck und ihr Fohlen „Winzer“.

Rund um diese Höhepunkte formierte sich ein Strauß von sehenswerten Aktionen wie Reiterspiele, an denen Kinder und Jugendliche teilnahmen, die auf dem Talhof regelmäßig aufsatteln.

Bei Spezialitäten von der Kaffeetafel und vom Grill lohnte sich außerdem der Blick auf Akteure, die historische und aktuelle Varianten der Feldbearbeitung vorführten. Kutschfahrten mit unterschiedlichen Wagen stießen ebenso auf große Resonanz an einem sonnigen Herbsttag. (Matthias Schuldt)

Kommentare