Historischer Kump ist neues Schmuckstück in Höringhausen

Brunnenbauer am Kübenborn

Waldeck-Höringhausen - Der lange verschüttete Brunnen am Kübenborn, in dem einst drei Menschen ertranken, wurde vor drei Jahren bei Abrissarbeiten auf dem Gelände des Hofguts entdeckt. Als neues Schmuckstück mitten im Dorf wird er wieder hergerichtet.

Wie der „Waldecksche Anzeiger”, Vorgänger der WLZ, am 2. November 1857 berichtet, geschah der „sehr beklagenswerthe Unglücksfall in dem etwa eine halbe Stunde von hier entfernten Grßh. Hess. Pfarrdorfe Höringhausen, als sich die noch sehr junge Ehefrau des Gutsbesitzers Rhode, geb. Brand, beim Holen von Wasser zu weit mit dem Eimer über den Brunnen ragte.“Weiter ist nachzulesen: „Weil weder Kette noch Haken dazu vorhanden, das Wasserschöpfen sehr gefährlich ist, stürzte sie etwa 7 Fuß in die Tiefe des Wassers hinab. Wie lange sie im Brunnen gelegen, ist nicht ermittelt, doch wohl 2 Stunden, weshalb alle ärztlichen Wiederbelebungsversuche erfolglos blieben. Die Entseelte hinterläßt neben ihrem trauernden Gatten noch 3 Mädchen. Die ältesten Bewohner Höringhausens erinnern sich noch, daß in demselben Brunnen schon zwei Personen ertrunken sind. Hoffentlich wird dies dritte Opfer eine Einmischung der betreffenden Polizei zur Folge haben und der Brunnen so eingerichtet werden, daß so leicht kein weiteres Unglück vorkommen kann.“

Es ist nicht überliefert, ob die Polizei diesem Begehr nachkam. Über 150 Jahre später, im Jahr 2010, wurden beim Abriss des ehemaligen Hofgutes drei gut erhaltene Brunnen gefunden. Einer davon war der „Kübenborn“. Darüber war die Gruppe „Wir für Höringhausen“ hocherfreut.

In Abstimmung mit dem Arbeitskreis Dorferneuerung beschlossen die Männer der Gruppe, die Pflaster- und Natursteinarbeiten in Eigenleistung zu übernehmen und den historischen Brunnen, den „Kübenborn“, wiederherzurichten.

Den Text des Waldecker Anzeigers fand Heinrich Figge aus Höringhausen im Korbacher Stadtarchiv. Der Höringhäuser entwarf ein Abdeckgitter für den Brunnen. Es hat symbolischen Charakter: Zu sehen sind der Hessische Löwe und der achteckige Waldecker Stern sowie die Höringhäuser Rauchschwalben.- Von Cliff Rüssel

Figge fertigte das Gitter selbst und spendet es der Gemeinde. Damit ist sichergestellt, dass es einen weiteren Unglücksfall auch in Zukunft nicht mehr geben wird.Der Termin zur Einweihung des schicken Platzes mit dem historischen Kübenborn wird, nach abzusehender Fertigstellung, in Kürze bekannt gegeben.

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