Konsequenz unter anderem aus Tierheim-Bau-Desaster

Bürgermeister löst Amt für Immobilienwirtschaft auf

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Bad Wildungen - „Als Parlamentarier wäre ich aus der Hose gefahren. Da gibt es noch einige Dinge zu klären, aber das ist meine Angelegenheit.“

Mit diesen Sätzen hatte Bürgermeister Volker Zimmermann Anfang Dezember in der Sitzung des Planungsausschusses das Bau-Desaster beim Wildunger Tierheim kommentiert. Zuvor hatte Roland Bockhorn vom Amt für Immobilienwirtschaft und Umweltschutz die Lage am Dachsköppel dargelegt, detailliert und ohne zu beschönigen. Ihm fiel in der Nachfolge seines in Ruhestand gewechselten Vorgängers die Verantwortung für das Endlos-Projekt zu. Nach Einschalten eines Gutachters listete Bockhorn die zahlreichen Mängel am Tierheim-Neubau auf, deren Beseitigung knapp 160 000 Euro kosten würde. Seit Ende voriger Woche steht fest, dass die Sätze des Bürgermeisters an die verärgerten Politiker keine leeren waren. „Ich habe das Amt für Immobilienwirtschaft und Umweltschutz aufgelöst und es zurück in die Verantwortung des Bauamtes überführt“, bestätigte Volker Zimmermann am Samstag auf WLZ-FZ-Anfrage. Er selbst hatte die Behörde ein bis zwei Jahre nach seinem Amtsantritt als Rathauschef geschaffen. Leiter wurde damals – und war es bis Ende voriger Woche – der frühere Geschäftsführer der Landesgartenschau-GmbH Hans-Jürgen Kramer. Er befand sich im Urlaub, als sein Amt den Stadtparlamentariern im Planungsausschuss Anfang Dezember die Sachlage beim Tierheim offenbarte. „Dieses Projekt war ein Grund für meine Entscheidung, das Amt für Immobilienwirtschaft aufzulösen. Dessen Einrichtung hat sich nicht bewährt“, fügt Zimmermann hinzu. Inklusive des bisherigen Leiters bestand das Amt aus acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Zuständig war es für Abfallbeseitigung, Friedhofsangelegenheiten, Grünflächenpflege, Instandsetzung und Unterhaltung von Hochbauten sowie Umweltschutzfragen.„Wenn aus zwei Ämtern wieder eines wird, gibt es auch nur einen Leiter“, sagt der Bürgermeister: Bauamtschef Klaus Weidner hat seit 2006 den Hut auf in seinem nun wieder erweiterten Verantwortungsbereich, der künftig einschließlich seiner selbst 22 Beschäftigte umfasst. (su)

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