Bad Wildungen

Chinesischer Kinderkanal auf den Spuren der Brüder Grimm

- Bad Wildungen (su). Es ist der Höhepunkt zum Schluss ihrer Sommerferien. Eine Gruppe von chinesischen Schülerinnen reist durch Deutschland auf den Spuren der Brüder Grimm und traf am Dienstag den Wildunger Bürgermeister.

„Wir freuen uns sehr darauf, Schneewittchen zu treffen und lieben dieses Märchen“, berichtete eines der Kinder in seiner Muttersprache Mandarin im Hof von Schloss Friedrichstein. Eine Dolmetscherin übersetzte das Ganze ins Englische. Ein chinesischer Kameramann und sein Kollege vom Ton nahmen jeden Schritt und jede Unterhaltung der Gruppe auf, denn die Mädchen sind mit dem Team eines großen Kinder-Fernsehkanals aus der Stadt Guangzhou unterwegs. Bei den jungen Gästen handelt es sich nicht um zufällig ausgewählte Reisende, sondern sie haben Wettbewerbe gewonnen, die der Sender alljährlich ausrichtet. Ein Mädchen zeigte sich unter Tausenden von Bewerbern als beste Sängerin, andere erzählten am lebendigsten Geschichten – vorzugsweise europäische Märchen. Das berichtete die Dolmetscherin am Rande des Treffens am Schloss. Lesen und Erzählen spielen an den Schulen der Mädchen eine wichtige Rolle. Der Unterrichtsalltag, der nach zwei Monaten Ferien für sie am 1. September wieder beginnt, dauert offiziell von 9 Uhr morgens bis 17 Uhr. „Vor dem Schulbeginn treffen sich die Kinder aber schon und lesen einander laut vor“, erklärte die Dolmetscherin. Europäische Märchen erfreuen sich dabei in Fernost einer wachsenden Beliebtheit. Volker Zimmermann erzählte die Geschichte der waldeckischen Prinzessin Margarethe also vor einem fachkundigen, jungen Publikum. Gespannt hörten die Kinder und ihre Begleiterinnen, weshalb Bergfreiheit sich als Schneewittchen-Dorf bezeichnet und weshalb Bad Wildungen sich als Schneewittchen-Stadt sieht. Die Brüder Grimm haben Motive eines ihrer beliebtesten Hausmärchen aus der Biografie der jungen Frau entnommen, meinen Heimatforscher wie Eckhard Sander aus Borken.Mit einem mehrstimmigen leisen Raunen vernahmen die Kinder, dass Margarethe einst tatsächlich in jungen Jahren ihre Mutter verlor und eine Stiefmutter bekam. Mit fast erschrockenen Gesichtsausdrücken re­agierten sie auf das tragische Lebensende der Adelstochter, bei dem Theorien zufolge Gift im Spiel gewesen sein soll.

Mehr lesen Sie in der WLZ-Ausgabe vom Mittwoch, 26. August 2009.

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