Church Night lockt viele Gemeindemitglieder · Frischer Wind in Bergheimer Kirche

„Deine Stimme, Musik in Gottes Ohr“

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Die vier Figuren aus dem Altarbild, Jesus, Maria, Johannes und Paulus, erwachen zum Leben und haben eine Stimme.

Edertal-Bergheim - Mein Gott, wie die Zeit vergeht an so einem Abend. Das musste an dem frischen Wind liegen, der um die Bergheimer Kirche wehte.

Aber nicht nur draußen wehte der Wind, auch innen, in dem in bunte Farben getauchten Kirchenraum, spürten die Church-Night-Besucher Frische. Sie standen während des Gottesdienstes auf und sangen „Go tell it on the mountains“ mit. Ein wunderbares Klangerlebnis, weil die Kirche voll besetzt war. Einige Gäste mussten sogar stehen.

Nach dem Gottesdienst fanden zu jeder vollen Stunde kurze Andachten statt, die wie die Aktionen außerhalb der Kirche unter dem Motto „Deine Stimme, Musik in Gottes Ohr“ standen. Die Band „Hopegarden“ machte die Musik zu den Liedern, die die Sängerin und Jugendarbeiterin Jennifer Heise mit der Musicalgruppe „Strong together“ interpretierte.

Die Moderatoren Jacqueline Göbel und Aaron Grahl beschäftigten sich damit, wie man eine gute Moderation mit der Stimme gestaltet. Nicht zu leise, aber auch nicht schreiend, denn immerhin komme es darauf an, „was du sagen willst“. Man könne eine Moderation auch rappen, wie Jannik Klein eindrucksvoll präsentierte.

Für eine Gesprächsrunde hatten die Moderatoren drei Gäste eingeladen. Ihr persönlicher Ausdruck spielte eine große Rolle. Hartmut Vöpel aus Bergheim hat über das Theaterspiel eine wunderbare Möglichkeit gefunden, sich auszudrücken. Ursula Nobiling tanzt seit frühester Kindheit, damals mit ihrem Vater. Die Aufmerksamkeit, die sie dabei bekam, zeigte ihr: „Man tanzt niemals allein.“ Tanz ist für sie „geschenkte Beweglichkeit“, die sie sehr genießt. Äußerst mutig zeigte sich Judith Rödiger (12 Jahre), die beim Singen ihre Schüchternheit ablegt: „Wenn ich singe, fühle ich mich frei.“

Im Kirchensaal bastelten die Kinder mit dem Kreativ-Team Windlichter aus Notenblättern, bunte Lesezeichen oder CD-Hüllen. In der Kinogarage von Pfarrerin Kerstin Palisaar wurden Szenen der letzten Church Nights gezeigt.

Im Eingangsbereich der Kirche ruhten sich die Besucher auf Matten und großen Kissen aus. „Chillen“, freuten sich die Jugendlichen. An einem „Wetten-dass-Abend“ durfte diesmal auch eine Wette nicht fehlen. Das gesamte Church-Night-Team wettete, dass es die Gemeinde nicht schaffen würde, 30 Menschen zu finden, die bereit wären, einen ihnen wichtigen Satz zu sagen, den sie „der Welt nicht vorenthalten wollen“. Doch 30 fassten sich ein Herz, einen solchen Satz von der Kanzel herunter zu sagen. „Ich war letztes Jahr hier, ich bin heute hier, und ich komme bestimmt im nächsten Jahr wieder“, lautete ein Resumee. Und noch schöner: „Ich bin mit meinen 68 Jahren wohl der Älteste, aber ich fühle mich total jung.“

Das Team der Church Night löst seinen Wetteinsatz ein und setzt jede einzelne seiner Stimmen demnächst zum Vorlesen in einer sozialen Einrichtung ein. Kerstin Palisaar freute sich über eine gelungene Veranstaltung und hob die Arbeit von Jugenddiakonin Johanna Mienert und ihren vielen Helferinnen und Helfern hervor, die das alles möglich machten.

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