DLRG-Kreisverband schrumpft um zwölf Prozent auf 1159 Mitglieder

Dramatischer Mitgliederschwund

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Waldeck - Sorgenvoll blickt der Kreisverband der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft auf die aktuelle Mitgliederentwicklung. Der Mitgliederstand schrumpft um mehr als zwölf Prozent, vor allem die Altersgruppe von 27 bis 40 Jahren bricht weg.

Kreisverbandsleiter Klaus Kramer verwies die DLRG-Schulungsstätte in Wal­deck auf einen Rückgang von 1322 auf 1159 Mitglieder zum Jahresende 2011. Von den 631 Austritten im hessischen Landesverband (minus 1 Prozent), entfielen 163 auf den Bereich Waldeck-Frankenberg. Besonders besorgniserregend sei der Einbruch in der Altersklasse der 27- bis 40-Jährigen. Seit 2007 verlor der DLRG-Kreisverband 71 Mitglieder (32 Prozent).

„Das ist dramatisch“, kommentierte der Kreisverbandschef. Zum Jahresende waren nur noch 149 Männer und Frauen in dieser Altersklasse registriert. Landesweit brachen diese Zahlen um 10,8 Prozent auf 7423 Mitglieder ein. Patentrezepte gegen den Mitgliederschwund hatte keiner. Dennoch sei schnelles Handeln gefragt, „sonst sind wir irgendwann nicht mehr handlungsfähig“, warnte Kramer. „Die Zahlen sind atemberaubend – hier sind die Ortsgruppen gefragt“, forderte Klaus Schultze, stellvertretender Kreisverbandsleiter. Udo Kirstein informierte über nahezu konstante Zahlen im Jugendbereich mit 60 bis 70 Mädchen und Jungen.

Sehr stark sei die Jugend bei den Landesmeisterschaften vertreten. Nachwuchssorgen schilderte Ulf Stracke von der Ortsgruppe Bad Arolsen. „Wir investieren sehr viel in die Jugendarbeit – sowohl zeitlich, als auch finanziell – aber was zurückkommt, ist sehr wenig.“ Die einzelnen Ortsgruppen berichteten über ihre Arbeit im Jahr 2011. In Waldeck litt die trockene Saison gravierend unter dem Wassermangel im Edersee. In der Station Vöhl/Fürstenthal werde der Mitgliederschwund laut Harald Wenning von engagierten Aktiven abgefedert, die gleich in mehreren Hilfsorganisationen wie Feuerwehr und DRK tätig seien. In Volkmarsen trägt laut Kramer das kreisweit einzige Kindergartenprojekt der DLRG Früchte.

Querelen im Kreis

Vize-Kreisverbandschef Schultze kritisierte im weiteren Verlauf der Sitzung scharf Querelen in eigenen Reihen: „Es ist mir unbegreiflich, dass in einer Organisation, in der Ehrenamtliche tätig sind, Gerichte eingeschaltet werden müssen.“ Michael Dorl, technischer Leiter im Kreisvorstand, informierte über den Ausbildungsstand. In 2011 wurden 51 „Seepferdchen“ verliehen, 75 Deutsche Jugendschwimmscheine, 79 Deutsche Rettungsschwimmscheine. Sieben gültige Lehrscheininhaber hat der Kreisverband. 52 Teilnehmer wurden bei vier Erste-Hilfe-Lehrgängen geschult, ein Mitglied erwarb einen Bootsführerschein.

16 700 Wachstunden leisteten DLRG-Mitglieder in Schwimmbädern und an freien Gewässern. 17-mal eilten Helfer Wassersportlern zu Hilfe, 67-mal wurde Erste Hilfe geleistet, ferner gab es einen Einsatz zur Rettung eines Menschen vor dem Ertrinken. 14 technische Hilfeleistungen sowie zehn Einsätze im Rettungsdienst komplettierten die Liste. 27 Männer und Frauen bildeten sich bei Lehrgängen weiter und kamen mit dem üblichen Unterricht auf 2050 Ausbildungsstunden.

Ersatz für Auto

Mit nur sieben Lehrscheininhabern sei der Kreisverband nicht gerade üppig aufgestellt, meinte Natja Lux. An einem Assistentenlehrgang, der 2011 erstmals im Kreis stattfand, nahmen vier Mitglieder aus Waldeck-Frankenberg teil. In diesem Jahr soll ein Ausbildungsassistentenlehrgang für Rettungsschwimmen ausgerichtet werden.

Tauch-Beauftragter Ulf Stracke verwies auf 16 Einsatztaucher II, davon drei Lehrtaucher und sechs Einsatzführer. Für das 30 Jahre alte Auto sei mit Unterstützung durch Landkreis sowie DLRG-Kreis- und Landesverband Ersatz gesichert. Schatzmeister Jürgen Seeger erläuterte den Etat, der dank einer Spende ausgeglichen war. Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf würdigte „das stille Wirken“ der DLRG-Helfer im Kreis. Grüße des Landesverbands überbrachte Hans Stracke, früherer Vorsitzender des Waldeck-Frankenberger Kreisverbands. Dem DLRG-Kreisverband gehören die Ortsgruppen Bad Arolsen, Diemelstadt, Vöhl/Fürstenthal, Gemünden, Korbach, Volkmarsen und Waldeck an.

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