„Caruso“ bringt noch mehr Professionalität ins Spiel

Dreikäsehochs eifern Meistersängern nach

Netze - „Felix“, zu deutsch „der Glückliche“, prangt als Plakette für vorbildliche, frühe Musikerziehung seit 2001 an Kindergärten im Gebiet des Waldeckischen Sängerbundes. 15 empfingen über die Jahre die Auszeichnung des Deutschen Chorverbandes. Nachfolger des „Glücklichen“ sind die „Carusos“, Meistersänger, wie der berühmte Name erahnen lässt.

Die Trauben hängen folgerichtig weitaus höher für alle, die an die neue Würdigung herankommen wollen. Bislang haben allein der Höringhäuser und am Montag der Netzer Kindergarten die Früchte ernten können – als bislang einzige im gesamten Gebiet des Waldeckischen Sängerbundes. In ganz Deutschland haben es erst 50 Kindergärten/-tagesstätten geschafft. „Caruso“ ist daher ein zweischneidiges Schwert, wie Gisela Grosche vom Vorstand des Waldeckischen Sängerbundes schildert. In Netze konnte und durfte das der Freude der jungen Sängerinnen und Sänger und ihrer Erzieherinnen keinen Abbruch tun: weder der Freude an der Musik noch der Freude an dem schmucken neuen „Caruso“-Schild für die Eingangstür. Kiga-Leiterin Heike Keßler-Wiegand und ihre Kolleginnen ließen sich von den Kindern deren Lieblingstiere nennen. Die Beschäftigung über Wochen mit Elefanten, Pferden und anderem, was kreucht und fleucht, mündete im Lernen vieler, vieler Lieder. Klassiker, wie der von der rasenden Affenbande („Wo ist die Kokosnuss?“), begeisterten die Gäste, denen die Kleinen bei der Übergabe des „Caruso“ eine tolle Vorstellung lieferten. Zu Beginn jedes neuen Stücks gab der Anschlag einer Note auf einem kleinen Xylophon den Kindern die Tonhöhe vor, ganz wie bei einem Erwachsenenchor. Ein kleines, aber feines Detail, dessen es beispielsweise bedarf, um eines „Carusos“ würdig zu sein. Gisela Grosche war beeindruckt von der „wohltuenden Gelassenheit der Kinder“ beim Singen. „Singen ist gelebter Alltag im Netzer Kiga. Die Kinder fangen auf einer Wanderung von selbst mit Liedern an“, sagte Katrin Manoury, Leiterin der städtischen Kindergärten. „Wir sind unheimlich stolz auf euch“, unterstrich Stefan Döhring im Namen von MGV, Frauen- und Gitarrenchor Netze. Der Nachwuchs für das musikalische Dorf scheint gesichert. „Musik fördert einen anderen Umgang miteinander und man lernt sich auszudrücken“, sagte Bruno Mecke, Vorsitzender des Waldeckischen Sängerbundes. Umso bedauerlicher sei es, dass Singen in Schulen oft verloren gehe. Stimmt, meinte auch Bürgermeister Jörg Feldmann, „denn Singen ist wichtig, um eine gewissen Heiterkeit in sich zu fühlen.“ Damit die Netzer Erzieherinnen und ihre Schützlinge noch mehr Spaß an der Musik finden, überreichte Bianca Essmann eine Spende vom Basarteam des Dorfes.Die Netzer Chöre und der Sängerbund steuerten eigene Sümmchen bei, sodass Heike Keßler-Wiegand bald „Klangbausteine“ kaufen kann. Jedes Kind bekommt einen Baustein in die Hand, der einen jeweils anderen Ton erzeugt. Gemeinsam machen sie auf diese Weise Musik, wie ein kleines Orchester. Von Matthias Schuldt

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