Bürgermeisterkandidat Merle: „Wir müssen die Kosten senken“

Der Dritte im Bunde tritt an

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Thomas Merle hat als dritter Bürgermeisterkandidat seine Unterlagen eingereicht.

Edertal - Angekündigt hatte er es schon lange. Am Montag warf Thomas Merle aus Anraff offiziell seinen Hut in den Ring als Bewerber um die Nachfolge von Bürgermeister Wolfgang Gottschalk.

125 Unterstützer-Unterschriften reicht er bei Gottschalk in dessen Funktion als Gemeindewahlleiter mit ein. „Kennen Sie den Aktenordner noch?“, fragt er den Bürgermeister beim Handschlag, um die Auflösung gleich mitzuliefern. Bis ins vorige Jahr legte Merle Unterlagen von Gemeindevertretersitzungen darin ab: „Ich habe den Ordner wiederverwertet - wir wollen ja sparen“, meint er grinsend.

In einem Atemzug weist er damit auf seine politische Vergangenheit hin und benennt eines seiner zentralen Wahlkampfthemen: „Die Konsolidierung des Haushaltes. Wir müssen die Kosten senken.“ Merle setzt auf eine Idee, die er bereits in seiner Zeit als Edertaler FWG-Fraktionsvorsitzender propagiert hat: Die Gemeinde soll eine GmbH gründen für ihre Bauvorhaben. Dadurch könne man bei den Investitionskosten für solche Projekte bis zu 25 Prozent sparen, ist er überzeugt.

Weiterer Eckpunkt: die Stärkung der Edersee-Touristic, die in der Perspektive aber in der Touristischen Arbeitsgemeinschaft TAG aufgehen solle. „Die Bürgermeister müssen sich aus dem operativen Geschäft zurückziehen, damit die ET handlungsfähiger wird“, gibt er als erstes Etappenziel aus. Den weiteren Ausbau der interkommunalen Zusammenarbeit, das Setzen von Anreizen für junge Familien, damit sie nach Edertal ziehen, oder das Vermarkten von Leerständen sind weitere Stichworte seiner Politik-Agenda.Ziele, die er zum großen Teil bereits als Gemeindevertreter im Blick hatte. Über seinen Rückzug von allen FWG-Ämtern im vorigen Jahr sagt er: „Wenn ich von 252 Arbeitstagen im Jahr 200 überall in Deutschland unterwegs bin, verträgt sich das nicht mit der Tätigkeit als Gemeindevertreter.“

Er trete bewusst als unabhängiger Kandidat an, suche gar keine Unterstützung seitens irgendeiner Fraktion oder Partei: „Das schafft nur Abhängigkeiten.“ Quer durch alle politischen Lager (mit Ausnahme von „Wir Edertaler“), bei Freunden und Bekannten, in unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten sei seine Bewerbung aber auf ein positives Echo gestoßen. Anrufer hätten ihm angeboten, Unterschriften zu sammeln.

Den Ausschlag für die Entscheidung gab im März bereits die Zustimmung durch den Familienrat: Ehefrau Claudia sowie die Töchter Annika (20) und Stefanie (17). „Ohne Rückendeckung der Familie geht es nicht.“ Wegen seiner Berufspflichten steigt Merle erst am 14. September voll in den Wahlkampf ein.

Zur Person

„Ein Edertaler für Edertal“ lautet der Wahlkampfslogan von Thomas Merle. Am 27. September 1966 in Bad Wildungen geboren, besuchte er die Grund- und dann die Gesamtschule Edertal, an der er den Realschulabschluss ablegte.

1983 bis 1986 folgte die Ausbildung zum KfZ-Mechaniker. 1987 trat er als Freiwilliger in die Bundeswehr ein, wurde Brandschutzsoldat und Truppenfernmeldeunteroffizier. 1990 beendete er die Ausbildung zum Fahrlehrer aller Klassen bei der Fahrschulgruppe in Fritzlar.

Versetzungen nach Erfurt, Magdeburg, Augustdorf, Stadtallendorf, Wolfhagen, Mainz und zum vierten Quartal nach Mönchengladbach (geplant) gehören zum Berufsalltag.

Dazwischen lagen der Wechsel in die Laufbahn der Offiziere des militärfachlichen Dienstes sowie die Ausbildung zum amtlich anerkannten Prüfer und Fahrschulleiter. Seit 2007 steht Merle im Rang eines Hauptmanns. Seit zehn Jahren ist er nebenberuflich Fahrerlaubnisprüfer beim TÜV. Früher spielte er Fußball, war Schiedsrichter und Frauenfußballtrainer. 16 Jahre im Ortsbeirat, acht Jahre als Gemeindevertreter, davon fünf als FWG-Fraktionsvorsitzender, sechs Jahre als stellvertretender FWG-Vorsitzender und vier Jahre im erweiterten Vorstand der Kreis-FWG prägen seine Politik-Erfahrungen.(su)

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