Blick auf eine ganz besondere Rasse, die besondere Anforderungen an ihren Menschen stellt

Drittes Dalmatiner-Festival in Affoldern

+
Dalmatiner sind besondere Hunde mit besonders engem Bezug zum Menschen und ihre Besitzer sind besondere Hundehalter.Fotos: Alex Mey (2)/Corinna Müller

Edertal - Sie sind die Rampensäue unter den Rassehunden. „Deshalb gibt nicht jeder gute Hundehalter automatisch einen guten Dalmatiner-Halter ab“, erklärt Ariane Hollmann, eine von 250 Teilnehmenden am dritten Dalmatiner-Festival in Affoldern.

Die charakteristisch schwarz und weiß gezeichneten Hunde sind noch stärker als andere Rassen auf den Menschen fixiert. „Sie wollen immer und überall dabei sein und im Mittelpunkt stehen“, sagt Ariane Hollmann, die nicht nur mit ihren Dalmatinern lebt, sondern auch dem Verein für Auslandstierschutz „SOS Dalmatiner“ vorsteht. Schmunzelnd fügt sie hinzu, „dass in einem Raum mit zehn Dalmatinern garantiert neun von ihnen auf dem Schoß des Halters sitzen.“ Allein gelassen zu werden, mögen sie als Familienhunde par excellence überhaupt nicht. So viel Nähe, ja Aufdringlichkeit, (v)erträgt nicht jeder Mensch.

Anders die Organisatoren und Gäste des Dalmatiner-Festivals: Sie lieben diese Wesenszüge an ihren Hunden. „Die meisten Dalmatiner-Halter haben deshalb gleich mehrere“, verrät Alexander Mey, der mit Denny Oberhoff seit 2013 das Festival am „Edertaler Hof“ in Affoldern auf die Pfoten stellt.

Wie er als Familienvater auf den Dalmatiner kam? Den berühmten Disney-Zeichentrickfilm hat er nie gesehen.

Über seine Arbeit auf einem Pferdehof wurde Mey statt dessen auf die besondere Rasse aufmerksam. Die Hofbesitzer fragten ihn, ob er einen Welpen aus dem Wurf ihrer Hündin übernehmen wolle. „Ich sah meine ‚Siwah‘ unter den Kleinen, und dann war´s passiert“, erinnert er sich gerne an den Moment, an dem dieses weibliche Dalmatiner-Junge zum Familienmitglied wurde.

Die Geschichte des Affolderner Festivals begann 2012 mit einer Facebook-Gruppe, in der die Idee geboren wurde, ein gemeinsames Wochenende mit den Hunden zu verbringen. Schnell wuchs das Interesse so an, dass sich aus dem Ursprungsgedanken der Wunsch nach einem Festival entwickelte. „Ich weiß gar nicht mehr, wer aus der Gruppe den ‚Edertaler Hof‘ ins Spiel brachte, aber hier finden wir ideale Bedingungen vor“, schildert Mey. Die familiäre Atmosphäre zeichne das Ereignis aus.

Spenden an zwei Vereine für den Tierschutz

Die Besitzer des Hotels und Campingplatzes seien selbst Hundehalter und wüssten deshalb um die besonderen Bedürfnisse von Mensch-Hund-Paaren und -Familien. Zum Programm des Festivals zählen gemeinsame Unternehmungen und spielerische Wettbewerbe. An Ständen werden unterschiedliche Produkte rund um den Hund angeboten.

Aus dem Erlös des Festivals fließen Spenden an gemeinnützige Vereine. In diesem Jahr kamen „SOS Dalmatiner“ und „People4pets“ in den Genuss dieser Unterstützung.

Bestens gelaunt verließen die rund 250 Dalmatiner-Fans mit ihren mehreren Hundert Tieren das Festival 2015: Auf Wiedersehen am Affolderner See.

Von Matthias Schuldt

Kommentare