Artisten und Tiere auf Spenden angewiesen

Durch Brandstiftung vorm Nichts

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Familie Trumph steht mit ihrem Zirkus nach dem Brand vor dem Nichts.Foto: Rüsch

Bad Wildungen - Ein Brandstifter ist laut Kripo verantwortlich für das Feuer, das am Freitag in Giflitz das verpackte und auf einen Hänger aufgeladene Zelt des Zirkus Manjana zerstörte.

Der Unbekannte hatte auf dem Anhänger liegenden Hausmüll angesteckt, von dem aus die Flammen auf die Zeltplane übergriffen.

An ihr entstand ein Schaden in Höhe von geschätzten 10000 Euro, obwohl es dem Zirkusteam gelang, den Brand noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr zu löschen.

Wie der Schwiegersohn des Zirkusdirektors berichtet, hätte alles noch viel schlimmer ausgehen können, denn der Wohnwagen der Kinder stand unmittelbar neben dem Brandherd.

Im Vorfeld der Gastspiele in Giflitz waren bereits 20 hochwertige Werbe-Transparente aufgeschlitzt worden, schildert Seniorchef Julius Trumph. Die Familie schenkte diesen Beschädigungen aber keine große Beachtung, weil sie von einem Streich der sprichwörtlichen dummem Jungen ausging.

Das war unter Umständen ein Irrtum, wie die Ereignisse vom Freitagabend vermuten lassen. Die Folgen für die Familie stellen sich dramatisch dar.

Der Zirkus steht inzwischen auf dem Wildunger Schützenplatz, doch an Vorstellungen ist nicht zu denken. Das an mehreren Stellen angebrannte Hauptzelt kann aus Sicherheitsgründen nicht aufgebaut werden. Zur Reparatur müsste es nach Hamburg gebracht werden. Nicht einmal dafür kann das kleine Unternehmen das Geld aufbringen, geschweige denn für die Reparatur.

30 Menschen und 30 Tiere brauchen dringend Hilfe

„Wir sind völlig abgebrannt“, fasst der verzweifelte und sichtbar geschockte Seniorchef die Lage zusammen. In der achten Generation reist er mit dem Zirkus, wird von seinen Töchtern Natalie und Diana Trumph und deren Ehemann William Kölner unterstützt.

„Was sind das bloß für Menschen, die so etwas tun?“, fragt er sich immer wieder. Mehr als 30 Menschen, darunter 18 Enkelkinder, stehen vor dem Nichts.

Für die mehr als 30 Tiere fehlt es an Futter. Der Zirkus ist auf die Hilfe von Landwirten angewiesen.

Heu wird dringend gebraucht, Stroh dagegen nicht, weil die Tiere auf Sägemehl stehen oder ruhen.

Die Zirkusfamilie hofft nun auf die Hilfe der Bad Wildunger Bevölkerung. Spenden, Lebensmittel/Futter/Geld werden dringend benötigt.

Ein großes Lob zollte die Familie Bürgermeister Volker Zimmermann für sein Verständnis, sein Entgegenkommen und seine Mithilfe. Wer spenden will, kann das auf folgendes Konto tun: Sparkasse Oberhessen, Natalie Trumph, DE86518500791027106206.

Von Rainer Rüsch

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