Holzfachschule löscht Lichter nicht aus · Gesellen und Meister verabschiedet

Den Durchhaltewillen demonstriert

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Erfolgreiche Holzfachschüler aus Waldeck-Frankenberg (von links): Thimo Brandt (Frankenberg), Patrick Hirt (Allendorf), Sebastian Plothe (Korbach), Hartmut Eigenbrod (Bergheim), Alexander Hecker (Gellershausen) und Philip Kraft (Bad Wildungen). Nicht auf

Bad Wildungen - Die Verabschiedung von 101 frischgebackenen Meistern und Technikern nutzten Vertreter der Holzfachschule zu einer Demonstration des Überlebenswillens nach Überwindung des „Gespensts der Insolvenz“.

Hermann Hubing, neuer Geschäftsführer und Schulleiter, sprach in der Feier am Samstag in der Wandelhalle von einem erfolgreich bestandenen „Abenteuer Holzfachschule“.

Noch vor Monaten habe nicht festgestanden, ob diese Überreichung der Meisterbriefe und Zertifikate überhaupt stattfinden würde: „Es ist seitdem viel geschehen, es hat sich in der neuen Holzfachschule viel geändert.“ Hubing dankte Betrieben und Schülern für ihren Beistand: „Sie haben darauf vertraut, dass alles weitergeht.“ Auch hätten sich alle Mitarbeiter der Schule vorbildlich verhalten, sogar Lohneinbußen in Kauf genommen.“

Sprecher des Schulträgers (Tischlerverband) unterstrichen die erfolgreichen Bemühungen zur Wiederaufrichtung des wegen der Finanzkrise schwankenden Schulschiffs: „Wir haben noch viel zu tun, aber wir werden diese hervorragende Schule nicht untergehen lassen.“

Bad Wildungens Stadtrat Manfred Jahnes und Stadtverordneter Walter Mombrei sicherten der Schule die Hilfe der Stadt zu. Erst kürzlich genehmigte das Stadtparlament eine Geldspritze in Höhe von 300000 Euro. „Eine gute Investition“, betonte Walter Mombrei. Die Holzfachschule in Altwildungen sei für die Badestadt ein wichtiger Standortfaktor und darüber hinaus auch ein bedeutsamer Werbeträger.

Den Festvortrag hielt FDP-Landtagsfraktionsvorsitzender Wolfgang Greilich: „Dies ist eine besondere Freisprechungsfeier, die Lichter sind nicht ausgegangen.“

Der Werkstoff Holz, sagte Greilich, habe eine Wiedergeburt erfahren, die Bedingungen für die Holzwirtschaft hätten sich stark verbessert. Eines der größten Probleme sei der Kampf gegen den Fachkräftemangel. Aktuell werbe Hessen sogar im Ausland, zum Beispiel in dem von hoher Arbeitslosigkeit betroffenen Spanien, um Nachwuchs für deutsche Betriebe.

Michael Bücking, Mitglied der Schulleitung, dankte den Lehrkräften, die die Schüler in stürmischen Zeiten sicher zur Prüfung geleitet hätten.

Dann war es endlich so weit: 59 Tischler- und elf Modellbaumeister erhielten die begehrten Meisterbriefe, ferner zahlreiche Techniker der Fachrichtung Holzwirtschaft ihre Zertifikate. Diese „Holzwürmer“ gehören nunmehr zu den künftigen Führungskräften in ihrer Branche.

Die Veranstaltung begleitete Jan Jahn mit seinem humoristischen und musikalischen Programm über die Walz. Diese uralte Handwerkstradition einer zünftigen Gesellenwanderschaft ist noch nicht ganz vorbei, momentan sind schätzungsweise bis zu 800 Gesellen „unterwegs“. (jm)

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