Über halbe Million weniger als erwartet in der Edertaler Gemeindekasse

Einbruch bei Gewerbesteuer

Über eine halbe Million weniger an Gewerbesteuern – die Gemeinde Edertal muss den Komplettausfall der Eon als größtem Zahler verkraften.Foto: Archiv

Edertal - Die Gemeinde Edertal muss den Gürtel enger schnallen: Um 544 000 Euro brachen die Gewerbesteuern ein. Diese alarmierenden Zahlen gab Bürgermeister Wolfgang Gottschalk in der Parlamentssitzung am Donnerstagabend bekannt.

Im Rahmen der Berichtspflicht über den Stand des Haushaltsvollzugs verkündete der Rathauschef aktuelle Zahlen der Finanzwirtschaft. Das Ergebnis 2012 weise in der Hochrechnung einen voraussichtlichen Verlust von 1,4 Millionen Euro aus – das sind rund 380 000 Euro mehr als ursprünglich kalkuliert. „Das liegt hauptsächlich an den Mindererträgen der Gewerbesteuer“, informierte der Bürgermeister im Dorfgemeinschaftshaus Giflitz.

Die im Haushaltsansatz 2012 veranschlagten 753 000 Euro sind nach heutigem Stand kräftig zurückgefahren auf nur noch 217 000 Euro. Grund dafür sei ein weiterer Einbruch im Bereich Gewerbesteueraufkommen. Gottschalk sprach vom „Komplettausfall des größten Gewerbesteuerzahlers“ – Eon Wasserkraft.

Zu den Gründen äußerte sich der Bürgermeister nicht. Die großen Energieversorger hatten jedoch seit Längerem darauf hingewiesen, dass die Kündigung der Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke durch die Bundesregierung deutlich die Gewinne schmälere – und somit auch die Steuern kräftig reduziere. Unklar ist, ob bereits Investitionen in das geplante 250 Millionen Euro teure neue Kavernenkraftwerk der Eon eine Rolle spielten.

Weitere Details aus dem Edertaler Haushalt: Einsparungen bei der Gewerbesteuerumlage belaufen sich auf 110 000 Euro. Mindererträge in Höhe von 16 400 Euro erwartet der Bürgermeister bei der Grundsteuer als Folge einer Neuveranlagung des Finanzamts für die vom Nationalparkamt bewirtschafteten Grundstücksflächen. 125 000 Euro mehr als geplant muss die Gemeinde Edertal als Kreisumlage abführen, die Schulumlage sinkt dagegen um 68 000 Euro.

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