Bad Wildungen: Marktanalyse lässt neue Pläne für Kurhaus reifen

Einchecken im Buchenwald-Hotel

+

Bad Wildungen - Neue Pläne für das Kurhaus schmiedet Bürgermeister Volker Zimmermann. Nationalpark-Hotel mit Einkaufsgalerie und Apartment-Anlage, Barrierefreie Wohnanlage oder ein Hotel für Pflegebedürftige mit Begleitung – alles ist „marktfähig“ in der Kurstadt, bescheinigt eine aktuelle Forschungsstudie.

Den Weg „von der traditionellen Kurstadt zur modernen Wohlfühlstadt“ will Bürgermeister Zimmermann hartnäckig weiterverfolgen. Und ein Leuchtturm-Projekt soll Deutschlands zweitgrößte Kurstadt bis 2020 in der Bäderlandschaft ganz nach vorn bringen – ein Vier-Sterne-Hotel im Kurhaus. Seit eineinhalb Jahren ist die einstige Prachtimmobilie bereits geschlossen, bis auf einen Teilbereich, der als Studienort genutzt wird. Letztmals öffnete die marode Immobilie 2011 für die deutschen Billard-Meisterschaften vorübergehend ihre Pforten. Bei einer aktuellen Ortsbesichtigung am 25. Januar 2012 wurden gravierende Brandschutz-Mängel auch in der Tiefgarage des Kurhauses deutlich. Seither ist auch das Parkhaus mit 220 Stellplätzen „dicht“. Prunk und Pracht des einstigen Vorzeigebaus sind längst verblasst.

Von einer aktuellen Marktanalyse des Berliner Büros „empirica“ verspricht sich Bürgermeister Zimmermann neuen Glanz für die frühere Staatsbad-Immobilie, die gerade mal 25 Jahre jung und längst ein teurer Sanierungsfall ist. Gute Voraussetzungen bescheinigt das beauftragte Büro einem Nationalpark-Hotel mit 200 Betten, Wellness- und Tagungsbereich. Das war übrigens eine Anregung aus dem Stadtparlament. „Gestaltet als Reich der urigen Buchen mit Bio-Küche und Ranger-Wanderungen“ – so oder ähnlich stellt sich Wirtschaftsförderin Ute Kühlewind das Nationalpark-Hotel vor. Zielgruppe: Familien und ältere Menschen. Schwerpunkte: Natur und Gesundheit, treu nach Wildungens Motto „Natürlich gut“. In Richtung Hufelandstraße ließe sich eine Apartment-Anlage mit 20 bis 30 Wohneinheiten realisieren. Gedacht für Doppelverdiener, Singles und älter werdende Menschen.

Komplettiert werden könnte das Areal Kurhaus um eine Ladengalerie mit „Einzelhandelsgeschäften, die wir dringend brauchen“, so Kühlewind, vor allem aber mit „Gönn-Geschäften“ für die persönlichen Glücksmomente. Ein Hotel hält erweiterbare Tagungs- und Seminarräume vor und würde den Verlust der Kurhaus-Säle wieder wettmachen. „Natürlich brauchen wir hier den qualitativ guten Saal mit Technik und großer, leistungsfähiger Bühne“, beteuert Zimmermann.

Die Hotel-Entwicklung will der Rathauschef zügig vorantreiben. „Wir haben erheblichen Bedarf an Betten in dieser Qualität“, verweist Zimmermann auf gut ausgelastete Bad Wildunger Spitzen-Hotels. Die Diskussionen der vergangenen Monate um den Niedergang des Kurhauses hat laut Zimmermann „zumindest dazu geführt, dass es gewisses Interesse gibt bei auswärtigen Entwicklern“.

Der Bürgermeister sprach von „vorsichtigem Optimismus“. Die Stadt könne ein solches Projekt auf keinen Fall stemmen, stellt er klar. „Ziel ist es, dass wir einen Investor finden, der das komplett betreibt.“ Bis September will er mit möglichen Investoren und Betreibern konkrete Ergebnisse mit Kostenschätzung vorlegen. „So lange wollen wir in das Kurhaus selbst nicht investieren“, schließt Zimmermann.

Kommentare