Wie ein Spiegel Schlaganfall-Patienten Erleichterung verschaffen kann

Eine Illusion wird zur Therapie

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- Bad Wildungen (szl). Ein simpler Spiegel soll Patienten helfen, die nach einem Schlaganfall unter Schmerzen und Lähmungen leiden.

Seit einiger Zeit wendet die Asklepios-Fachklinik Fürstenhof dieses Verfahren an. Es wurde vor Jahrzehnten entwickelt, um Phantomschmerz zu behandeln. Einen Schmerz, den Menschen nach Amputationen von Gliedmaßen in den gar nicht mehr vorhandenen Armen oder Beinen spüren. Eine Sinnestäuschung des Gehirns, das mittels einer zweiten Sinnestäuschung überlistet werden soll – so das Prinzip der Spiegeltherapie. In Deutschland wird sie seit 1999 eingesetzt.

Vor dem Patienten wird mittig ein Spiegel so aufgestellt, dass die geschädigte Seite bedeckt wird. Während jetzt unter Anleitung der Ergotherapeutin zum Beispiel die gesunde Hand bewegt wird, entsteht beim Patienten beim Betrachten des Spiegelbildes die Illusion, er bewege auch die gelähmte Hand. Dabei ist die Vorstellungskraft des Patienten von ausschlaggebender Bedeutung.

Fürstenhof-Ergotherapeutin Manuela Rausch erklärt: „Durch die optische Illusion, einen gesunden Arm oder ein gesundes Bein zu sehen, und durch das Beobachten verschiedener Bewegungen werden im Gehirn sogenannte Spiegelneuronen aktiviert, die unter anderem für Gefühlswahrnehmung und die Bewegungsfähigkeit zuständig sind. Das wirkt sich positiv auf den Rehabilitationserfolg aus.“ Die Spiegeltherapie wird vor allem bei Patienten mit hochgradigen Lähmungen angewandt, deren Schlaganfall schon länger zurückliegt.

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