Bei der Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts im Bad Wildunger Stadtparlament wurde Herkules-Umzug an die Itzel erneut abgelehnt

Die einen dürfen, die anderen nicht

Bad Wildungen - Die Discounter Aldi und Lidl dürfen erweitern, der Umzug des Herkules-Markts auf das ehemalige Molkereigelände in der Itzelstraße wird erneut abgelehnt. Das sind die Kernpunkte bei der Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts im Stadtparlament.

Mit nur zwei Stimmen Mehrheit (18:16) erteilte das Parlament am Montagabend in der Wandelhalle Umzugsplänen des Marktes von der Odershäuser Straße in die Itzelstraße eine Absage. In allen weiteren Punkten stimmten die Stadtverordneten dem vom Magistrat vorgelegten Konzept mehrheitlich zu.

Die Mandatsträger sprachen sich für die Einleitung von Bauleitplanverfahren aus, um den Discountern eine Erweiterung der Verkaufsflächen zu ermöglichen und unterstützten auch ähnliche Pläne des Frischemarkts in Reinhardshausen.

Die Listen der innenstadtrelevanten und die der nicht zentrenrelevanten Sortimente sollen beibehalten werden. Ebenso die Regelungen zu den Randsortimenten, mit maximal zehn Prozent der Verkaufsfläche.

Das Parlament beauftragte den Magistrat, bauordnungs- und planungsrechtlich die Zulassung von Ladenhandwerk im Geltungsbereich des Bebauungsplans „Östlich der Altstadt“ zu klären. Bürgermeister Volker Zimmermann ging bei diesem Punkt ins Detail: „Um die Leistungsfähigkeit der Metzgerei zu verbessern, will der Eigentümer neu bauen und stellt fest, dass es aufgrund der baurechtlichen Planung nicht möglich ist.“

Vergeblich warb die CDU, Bürger und Wildunger Wirtschaftsförderung AWWiN bei der Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts zu beteiligen. Ihr Antrag zur Überweisung an den Planungsausschuss wurde abgeschmettert.

„Wir haben nichts zu verlieren, wenn wir es nochmal ein bis zwei Monate verschieben“, meinte Marc Vaupel (CDU). Das Konzept sei nicht schlüssig sondern enthalte Einzelfall-Lösungen, von denen nur „in löchriger Käse übrig bleibt“. Sein Fraktionskollege Dr. Edgar Schmal warnte davor, einzelne zu privilegieren und anderen die Weiterentwicklung zu untersagen. Das dies so ist, räumte der Bürgermeister ein: „Wir haben eine Zweiteilung an der Itzel – zwischen denen, die dürfen, und denen, die nicht dürfen.“ Erweiterungspläne der Discounter und auch der Umzug von Herkules seien jedoch mit der Innenstadt absolut verträglich, verwies er auf ein Gutachten.

Zustimmung zum vorgelegten Konzept signalisierte Ralf Gutheil für die SPD. Ein Umzug von Herkules werde aber nur unterstützt, wenn in der Innenstadt eine zusätzliche Verkaufsfläche geschaffen werde. Priorität habe die Innenstadt, unterstrich Walter Mombrei (SPD). „Keinen Freibrief für weiteren Aktionismus“ wollte Klaus Stützle (Grüne) beim Herkules-Markt ausstellen, der die größte Verkaufsfläche in der Stadt habe. (höh)

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